Menü

Samsung will Android ins Unternehmen tragen

Android hat einen phänomenalen Erfolg im Privatkundengeschäft. Nur im geschäftlichen Einsatz hinkt die Plattform hinterher. Das will Samsung nun mit Hilfe der Millennials ändern. Knox soll selbst mitgebrachte Geräte sicher machen.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 95 Beiträge

Sascha Lekic, Director Sales B2B

(Bild: Volker Weber)

Android hat in Europa mittlerweile einen Marktanteil von 70% überschritten, was die Privatanwender angeht. Im Unternehmenseinsatz sind es dagegen weniger als 20%. Samsung schickt sich an, das zu ändern. In Deutschland baut das Unternehmen eine neue Vertriebsorganisation für das B2B-Geschäft unter Sascha Lekic auf, der in dieser Branche kein Unbekannter ist. Lekic war vorher in ähnlicher Funktion bereits für Dell, BlackBerry und Apple tätig.

Laut Samsung ist BYOD (Bring Your Own Device) längst gelebte Praxis, ob ein Unternehmen davon weiß oder nicht. In vielen Fällen wird der Einsatz privater Geräte einfach geduldet. Treiber dieser Entwicklung sind Mitarbeiter, die heute 18 bis 34 Jahre als sind (Generation Y, Millennials). Teilweise kennen sie betriebliche Compliance-Regeln, scheren sich aber nicht viel darum. Samsung spricht hier von "Hired Hackers", also Angestellte, die einen Weg finden, betriebliche Informationen mit ihren privaten Geräten zu verarbeiten.

In einer europaweiten Studie, bei der 4500 Mitarbeiter, davon 1000 in Deutschland, befragt wurden, hat OnePoll im Auftrag von Samsung herausgefunden, dass aus Work-Life-Balance mittlerweile Work-Life-Blending entstanden ist. Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwinden. Laut der Studie erledigen 68 Prozent Privatangelegenheiten während der Arbeitszeit, wiederum 77 Prozent arbeiten in ihrer Freizeit. Eine Schlüsselrolle bilden dabei mobile Endgeräte. 37 Prozent der befragten Angestellten nutzen ihr privates Smartphone für die Arbeit, wohingegen 29 Prozent ihr Geschäfts-Handy auch für private Zwecke einsetzen.

Mit Hilfe von Knox will Samsung nun Android auch für den Geschäftseinsatz sicher machen. Die Plattform schafft einen besonders gesicherten Bereich, in dem Geschäftsdaten abgelegt werden. Das Unternehmen verwaltet nur diesen Bereich und lässt den Mitarbeiter in seinem privaten Bereich schalten und walten. 24 verschiedene Geräte mit Knox-Unterstützung hat Samsung mittlerweile im Angebot, 61 Millionen Geräte wurden verkauft, damit aber erst 1,9 Millionen Knox-Benutzer aktiviert.

Jae Shin, VP Samsung Knox

Vergangene Woche hat Google auf der Entwicklerkonferenz Google I/O 2014 angekündigt, dass Android L Bestandteile von Knox übernimmt, die Samsung zu Android beitragen wird. Welche Bestandteile das sind, das steht laut Jae Shin, Vice President Samsung Knox, noch nicht fest. In jedem Fall werde Samsung aber die Data Separation auf Betriebssytemebene beitragen. Android gewinne für alle Marktteilnehmer, wenn es sicherer werde. Bei Samsung bleibe die Hardware-Implementierung um die ARM-Chipsets. Laut Jae Shin hat Samsung Knox einen Sicherheitsvorteil, den kein anderer Hersteller bietet. Wenn jemand das Gerät rootet, dann zerstört Samsung eine Sicherung beim Zugriff auf die Trusted Zone. Shine: "Wenn Sie ein Gerät rooten, dann haben Sie eine böse Absicht." Ein einmal gerootetes Gerät könne keinen Knox-Container mehr beherbergen.

Samsung arbeitet bei Knox mit Partnern zusammen. So können MDM-Anbieter wie MobileIron den Knox-Bereich auf Samsung-Geräten verwalten. Mit Good Technologies hat Samsung eine Zusammenarbeit bereits zum MWC 2014 angekündigt. In Zukunft wird man Good Container im Knox-Bereich speichern können. Wer seine direkt von Samsung verwalten lassen möchte, der kann die cloud-basierte Lösung KNOX EMM nutzen.

Durch die Trennung von privaten und geschäftlichen Daten sieht Samsung nun eine sichere Möglichkeit, geschäftliche Daten auf privaten angeschafften Geräten zu verarbeiten. Der hohe Anteil im Privatkundengeschäft öffnet über BYOD damit für die Koreaner ein neues Potential im Business-Bereich. Wenn Google entscheidende Bestandteile von Knox in Android integriert, dann könnte dies der Plattform zum Durchbruch im Enterprise verhelfen. (vowe)

Anzeige
Anzeige