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Sarge - Debian GNU/Linux 3.1 ist fertig

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Nach drei Jahren Entwicklungszeit, langem Warten und letzten Verzögerungen kurz vor der Freigabe ist es am heutigen Montag soweit: Die Entwickler der Linux-Distribution Debian geben die nächste stabile Release Debian/GNU Linux 3.1 frei. Das unter "Sarge" firmierende Betriebssystem löst damit "Woody" ab (Debian GNU/Linux 3.0).

Sarge unterstützt elf verschiedene Prozessor-Architekturen (Motorola 68k, Sparc, Alpha, PowerPC, x86, IA-64, PA-RISC, MIPS, MIPSEL, ARM und IBM S/390, nicht jedoch die neuen x86-64-Bit-Erweiterungen) und bringt KDE 3.3 und GNOME 2.8 als grafische Bedienoberflächen mit. Die neue Version der Debian-Distribution zeichnet sich zudem durch einen vollständig überarbeiteten Installer aus, der sich automatisieren lässt und dreißig Sprachen unterstützt.

Die Debian-Entwickler heben stolz hervor, dass jetzt schon die Standardinstallation OpenSSH und GNU Privacy Guard einrichtet und dass starke Verschlüsselung für einen Großteil der Pakete vom Web-Browser bis zur Datenbank vorhanden ist. Als Kernel stehen 2.4.27 und 2.6.8 bereit.

Updates bestehender Installationen sollen kein Problem sein. Dank der Paketmanagementwerkzeuge wie aptitude und apt-get sollte der Umstieg von Woody auf Sarge nahezu automatisch gehen. Upgrade-Hinweise finden sich in den Release-Notes.

Installationsmedien gibt es als CD, DVD und auch USB-Stick. Je nach Variante holt der Installer fehlende Komponenten aus dem Internet, während er läuft. Fertige Scheiben bieten zahlreiche Distributoren an -- es dürfte aber ein paar Tage dauern, bis auf diesem Weg der letzte Stand erhältlich ist. Das System hat mächtig an Umfang gewonnen: Die i386-Ausgabe füllt zwei DVDs mit rund 4 GByte und bringt es auf 14 CDs. Für die Basis-Installation genügt aber schon eine netinst-CD, die nur rund 100 MByte groß ist. Auf den Debian-Mirrorservern gibt es mit der offiziellen Ankündigung auch Hinweise auf die BitTorrent-Quellen.

Um der öffentlichen Debatte, die der Freigabe von Sarge sicher stante pede folgen wird, ein wenig vorzugreifen: Der Stand vieler Pakete, den die Debian-Entwickler mit Sarge eingefroren haben, ist bereits jetzt nicht mehr "aktuell". XFree86 hat bereits die Version 4.5 erreicht (in Sarge ist 4.3 enthalten), andere Distributionen sind bereits auf die Server von X.org umgestiegen. Der letzte 2.4er-Kernel ist 2.4.31 (Sarge: 2.4.27), der letzte 2.6er ist 2.6.11 (Sarge: 2.6.8). Gnome ist bei 2.10 (Sarge: 2.8), KDE bei 3.4 (Sarge: 3.3).

Gegenüber Woody, der bis dato gängigen stabilen Version, sind das zwar Riesenfortschritte, gemessen an anderen Distributionen darf Debian damit jedoch weiter als altbacken gelten. Wer aber genauer hinsieht, entdeckt, dass etwa in einem Debian-Kernel-Paket mehr steckt, als im Original zu holen ist -- etwa zahlreiche Korrekturen, die erst in spätere Kernel-Versionen einfließen. Letztlich scheinen die Entwickler diesen Ruf der Altbackenheit dennoch wohl los werden zu wollen und diskutieren, ob sie stabile Versionen nicht schneller veröffentlichen können, indem sie einen Teil der Plattformen über Bord werfen. (odi)

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