Menü

Satelliten-Telefonnetz nimmt Sprachdienste wieder auf

vorlesen Drucken Kommentare lesen 16 Beiträge

Wie angekündigt nimmt das Satellitenkommunikationssystem Iridium nach einer konkursbedingten langen Unterbrechung seinen Dienst wieder auf, gab die Iridium Satellite LLC bekannt.

Die Gesellschaft hatte das Iridium-System nach dem Konkurs gekauft. Iridium hatte die amerikanische Motorola-Gruppe und die Investoren der ursprünglichen Iridium-Gesellschaft insgesamt fünf Milliarden US-Dollar an Gesamtinvestitionen gekostet. Iridium war 1998 gestartet, um weltweites Telefonieren mit einem Handy über Satellit zu ermöglichen. Die schweren und teuren Satelliten-Telefone konnten allerdings nie viele Freunde gewinnen. Der riesige Schuldenberg, hohe Benutzergebühren und unzureichende Kundenzahlen hatten zum Zusammenbruch geführt. Die Satelliten sollten nach dem geschäftlichen Zusammenbruch ursprünglich durch den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zerstört werden, doch übernahm die Iridium Satellite LLC das System. Dieses wird inzwischen von Boeing statt von Motorola unterhalten. Eine Bedingung für die Genehmigung der Übernahme durch das Konkursgericht war unter anderem ein Großauftrag des Pentagons für Iridium.

Der Ferngesprächsdienst über die Satellitentelefone soll jetzt nach dreimonativer Systemprüfung wieder anlaufen. Ab Juni sollen auch Datenübertragungsdienste angeboten werden. Dazu gehören der direkte Internet-Zugang über Satelliten-Handy. Jetzt richtet sich die neue Iridium-Gesellschaft an Reedereien, Fluggesellschaften, Bergwerks-, Öl- und Erdgas-, Bau- und Forstwirtschaftsunternehmen, Regierungsbehörden und Hilfsorganisationen, die in entlegenen Gebieten operieren. Iridium-Chef Dan Colussy will mit einem kostengünstigen und benutzerfreundlichen Dienst die Kunden anlocken. Eine Minute Nutzung soll nicht mehr als 1,50 US-Dollar kosten. Ein neues Satelliten-Handy soll es für weniger als 1.000 US-Dollar geben. Ein leichteres Satellitentelefon will Iridium ab August für 1.500 US-Dollar anbieten. (jk)