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Satellitennavigation: Galileo nach Ausfall wieder funktionsfähig

Eine Woche war Europas Navigationssystem Galileo nicht einsatzfähig. Nun soll es mit einigen Haklern wieder funktionieren.

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(Bild: ESA-P. Carril )

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Europas globales Navigationssatellitensystem Galileo ist wieder in Betrieb. Noch müsse aber mit Ungenauigkeiten gerechnet werden, teilte die dafür zuständige European GNSS (Global Navigation Satellite Systems) Agency GSA am Donnerstag mit. Nutzer könnten bereits Anzeichen für die Erholung sehen, ist man sich bei der EU-Agentur sicher. Ein Team von Experten der GSA, der Industrie, der Europäischen Weltraumagentur ESA und der Europäischen Kommission hätten rund um die Uhr gearbeitet, um die Probleme zu beheben.

Ursache des gut eine Woche dauernden Ausfalls war der Mitteilung zufolge ein technischer Zwischenfall, der durch eine Fehlfunktion in Kontrollzentren von Galileo ausgelöst wurde. Davon seien unterschiedliche Elemente in beiden Zentren betroffen gewesen, heißt es bei der GSA. In den Einrichtungen werden Berechnungen zum Orbit der Satelliten durchgeführt. Auf einer Übersichtsseite der Agentur werden inzwischen alle einsatzbereiten Galileo-Satelliten wieder als "nutzbar" klassifiziert. Noch am Mittwoch hatte dort durchgehend "nicht nutzbar" gestanden.

Vergangene Woche Donnerstag hatte die GSA von ersten Störungen berichtet. Am Samstagabend dann hieß es, dass Galileo bis auf weiteres nicht mehr zur Verfügung stehe und die Satellitensignale nicht nutzbar seien. Durchgängig verfügbar war demnach lediglich der Dienst "Galileo Search and Rescue" zur Suche nach Menschen in Notlagen. Ansonsten schalteten Geräte, die das können automatisch auf den US-Konkurrenten GPS um, oder konnten ihren Standort nicht bestimmen. Die letztlich verantwortliche Ursache des Problems soll nun eine unabhängige Untersuchungskommission untersuchen, um daraus Lehren zu ziehen.


Das Satellitennavigationssystem der Europäischen Union sollte eigentlich schon 2008 in Betrieb gehen, erste Dienste waren aber erst 2016 verfügbar. Nun steht es aber wohl tatsächlich kurz vor der Vollendung, noch läuft es aber in einer Erprobungsphase, um technische Fehler zu finden. Unabhängig von anderen Systemen soll es erst zu einem späteren Zeitpunkt funktionieren. Die letzten vier der insgesamt 30 Satelliten sollen Ende des kommenden Jahres ins All geschossen werden. Die Kosten für das Projekt sind von den ursprünglich veranschlagten maximal 2,9 Milliarden Euro auf schon angesetzte 7,2 Milliarden Euro angestiegen. (mho)