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Saturnmond Titan: Seen könnten Nahrung für Bakterien bieten

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Seen auf dem wolkenverhangenen und bitter kalten Saturnmond Titan bieten möglicherweise günstige Lebensbedingungen für Bakterien. Darauf deuten Daten hin, die bereits 2005 von der Cassini-Huygens-Raumsonde gesammelt wurden und jetzt von französischen Wissenschaftlern neu ausgewertet wurden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Zwar herrschen auf dem Trabanten Temperaturen von -180 Grad Celsius, sodass es dort kein flüssiges Wasser gibt. Die Cassini-Huygens-Mission hatte aber Seen entdeckt, die hauptsächlich aus flüssigem Methan, Ethan – und auch kleinen Mengen des potentiellen Bakterien-Nährstoffs Azetylen – bestehen sollten. Bei der ersten Auswertung vor vier Jahren wurde der Azetylen-Anteil allerdings noch auf weniger als ein hundertstel Promille kalkuliert. Doch schon damals hatten Forscher spekuliert, dass die Chemikalie zusammen mit Wasserstoff Bakterien als Nahrung dienen könnte.

Den neuen Berechnungen zufolge, die Daniel Cordier und seine Kollegen von der Ecole Nationale Supérieure de Chimie in Renne in der Fachzeitschrift Astrophysical Journal Letter veröffentlichen, dürften die Gewässer sogar ein Prozent Azetylen enthalten – eine Menge, die für bakterielles Leben ausreichen könnte. Die Forscher hatten aus der Produktionsrate der Chemikalien, die in der Titan-Atmosphäre entstehen – darunter ist auch das Azetylen – und aus den Temperaturdaten der Seen ermittelt, welche Menge von der Substanz sich in dem Methan-Ethan-Gemisch löst.

Ob es in den Kohlenwasserstoff-Seen tatsächlich bakterielles Leben gibt, ist freilich noch nicht belegt. Wissenschaftler monieren zudem, dass es nicht allein auf die Inhaltsstoffe der Seen ankomme: Wichtig sei vor allem, ob sich die Azetylen- und Wasserstoff-haltigen Schichten darin vermischen – das wäre nämlich nötig, denn die Stoffe böten Bakterien nur gemeinsam eine Energiequelle. (Französische Forscher haben den Anteil des potentiellen Mikroben-Nährstoffs Azetylen auf dem Saturn-Trabanten neu bestimmt und viel größere Mengen berechnet als bisher bekannt war.) / (vsz)

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