Sauberes Wasser für alle

Segway-Erfinder Dean Kamen hat eine Methode zur Wasseraufbereitung erfunden, die selbst die dreckigste Brühe reinigt – und das auch noch energiesparend.

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Von
  • Gregor Honsel

Herkömmliche Wasseraufbereitungsanlagen sind teuer, verbrauchen viel Energie und können bestimmte Schadstoffe wie Schwermetalle nicht beseitigen. Segway-Erfinder Dean Kamen hat ein besseres Verfahren entwickelt, wie Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 8/2014 berichtet (am Kiosk oder hier zu bestellen).

Die Maschine namens „Slingshot“ (Steinschleuder) ist etwa 140 Kilogramm schwer und soll, so Kamen, alles schlucken, was „irgendwie nass aussieht“ – selbst übelste Abwässer. Sie werden im Inneren der Maschine nicht gefiltert, sondern destilliert. Das Endprodukt ist reines H2O. Entgegen gängiger Vorurteile kann man es durchaus in gewissen Maßen trinken, ohne seinen Elektrolyt-Haushalt übermäßig durcheinander zu bringen.

Die Idee der Wasserdestillation ist nicht neu, war wegen des immensen Energiebedarfs bisher aber nie praktikabel. Kamen ließ sich deshalb einen Trick einfallen: Der Wasserdampf wird von einem kleinen Kompressor verdichtet, sodass er kondensiert. Die dabei frei werdende Kondensationswärme gelangt über einen Wärmetauscher wieder zurück in den Prozess. Das Ganze klingt nach einem Perpetuum mobile, ist aber keines – insgesamt braucht die Maschine immer noch rund 1000 Watt. Bei einer Tagesproduktion von 800 Litern entspricht das 0,03 Kilowattstunden pro Liter. Wenn es kein Stromnetz gibt, sollen Solarzellen einspringen oder ein von Kamen entwickelter Stirling-Generator, der alles Brennbare verwertet.

Die ersten Anlagen wurden 2011 in Ghana aufgestellt, in diesem Jahr kamen weitere Installationen in lateinamerikanischen Schulen und Gesundheitszentren hinzu. Künftig sollen die Slingshots gemeinsam mit Coca-Cola als Teil der sogenannten Ekocenter verbreitet werden. Das sind knallrote Container, die Coca-Cola als „Innenstadt in einer Kiste“ bezeichnet. Sie bieten unter anderem einen Kiosk, Medikamente, sanitäre Einrichtungen, Internetzugang und eben Trinkwasser. Bis 2015 will Coca-Cola gemeinsam mit Partnern 1500 bis 2000 Ekocenter in entlegenen Gegenden der Dritten Welt aufstellen. Die Center sollen nicht vom Konzern selbst, sondern von lokalen Franchise-Nehmern in eigener Regie betrieben werden.

Mehr zum Thema in Technology Review 08/2014:

(grh)