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CES

Scannen in 3D

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iSense macht das iPad zum 3D-Scanner.

Das Unternehmen 3D Systems zeigt neben seinen neuen 3D-Druckern auf der CES zwei 3D-Scanner – ein stationäres und ein winziges Modell. Letzteres wird iSense genannt und ist eine Erweiterung für das iPad. Mit der Kombination aus Tablet und Scanner in der Hand soll man auch große Objekte umschreiten und als 3D-Modell digitalisieren können. Der iSense soll im zweiten Quartal des Jahres für 500 US-Dollar zu kaufen sein. Die Hardware liefert die Firma Occipital; sie konnte ihr Scanner-Modul im vergangenen Oktober unter dem Namen "Structure Sensor" erfolgreich über eine Kickstarter-Kampagne finanzieren. Laut 3D Systems wird sich iSense in die eigenen 3D-Druck-Webdienste integrieren; mit dem iPad eingefangene 3D-Modelle sollen sich zudem per WLAN auf den hauseigenen Cube-Druckern materialisieren lassen. Außerdem soll iSense mit allen Apps kompatibel sein, die für den Occipital Structure Sensor entwickelt werden. Dazu stellt Occipital eigens ein SDK zur Verfügung.

Der Name des neuen iPad-Scanners erinnert zwar sehr an den 3D-Scanner namens Sense aus dem gleichen Hause, den 3D Systems auf der EuroMold im vergangenen Dezember vorstellte. Allerdings weichen die veröffentlichten Spezifikationen voneinander ab: Während der iSense mit einer Auflösung von 640×480 Pixeln arbeiten soll, kommt der Sense nur auf 240×320 Pixel, was an die erste Kinect-Generation erinnert. Apropos Kinect: Occipital hat im vergangenen Jahr Mantcl, übernommen, den Hersteller der 3D-Scansoftware Skanect, die aus einer handelsüblichen Tiefenkamera mit Technik von PrimeSense einen 3D-Scanner wie die Kinect oder Asus Xtion macht. Skanect läuft allerdings nur unter Windows und Mac OS X und ist daher nicht mit dem iSense-Scanner kompatibel.

Mit der Photobooth-Kabine sind 3D-Scans des Gesichts für personalisierte Produkte möglich.

Zurück zu 3D Systems: Das stationäre Gerät namens 3DMe Photobooth ist eine Scanner-Kabine, die auf 3D-Schnappschüsse von Gesichtern spezialisiert ist. Diese lassen sich auf fertige 3D-Figurmodelle setzen, was 3D-Systems bereits als Webdienst unter dem Namen 3DMe anbietet. Der neue 3D-Selfie-Automat ist für Läden gedacht, in denen Kunden direkt vor Ort ihr Porträt scannen und ihre Miniatur in Auftrag geben können, was den 3D-Druck zum Lifestyle-Event machen soll.

Auch der 3D-Druckerhersteller MakerBot beschäftigt sich seit einiger Zeit mit 3D-Scannern. Zur CES hat er die Zusammenarbeit mit dem 3D-Sensor-Hersteller SoftKinetic bekanntgeben. MakerBot gehört mittlerweile dem 3D-Systems-Konkurrenten Stratasys und stellt die bekannten Replicator-3D-Drucker her. Der aktuell angebotene MakerBot-3D-Scanner namens Digitizer benutzt Laserlinien und das Lichtschnitt-Verfahren zur Digitalisierung von Objekten. SoftKinetic dagegen verwendet die TOF-Technik (Time-Of-Flight), die auch in der neuen Kinect der Xbox One zum Einsatz kommt. Dazu wird die Szene mittels eines Lichtpulses ausgeleuchtet und für jeden Bildpunkt die Zeit gemessen, die das Licht für den Weg bis zum reflektierenden Objekt und wieder zurück benötigt. Die Hardware von SoftKinetic wird bereits von Intels Perceptual Computing SDK verwendet: Dort kommt die Technik im Interactive-Gesture-Camera-Kit der Firma Creative zum Einsatz. Und damit schließt sich wieder der Kreis: Intel hat auf der CES bekanntgegeben, dass die Firma auch mit 3D Systems zusammenarbeitet ... (ogo)