Schachduell: Kasparow igelt sich ein

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Die vierte Partie des New Yorker Schachmatches zwischen Garri Kasparow und dem Programm Deep Junior endete im 61. Zug mit einem Unentschieden. Kasparow wählte mit den schwarzen Steinen wieder die sizilianische Verteidigung, allerdings ein weniger ehrgeiziges Untersystem als in der zweiten Runde. Offenbar hat der Meister seine Strategie geändert; statt den Rechner permanent unter Druck zu setzen, entschied er sich diesmal für eine flexible Auffangstellung. Im achten Zug verließ er die bekannte Eröffnungstheorie und hoffte darauf, dass das Programm die Stellung nicht so gut versteht.

Diese Strategie schien zunächst aufzugehen, Junior verlor mit einem sinnlosen 12. Zug Zeit und ließ eine Felderschwäche am Königsflügel zu. Später fand das Programm den richtigen Plan, setzte den Exweltmeister am Damenflügel erheblich unter Druck und konnte einen Bauern gewinnen. Das resultierende Endspiel hielt Kasparow dennoch leicht remis. Damit steht es 2 zu 2 bei zwei noch verbleibenden Partien.

Das Programm Deep Junior läuft auf einem Rechner mit acht 1,6-GHz-Xeons, als Backup steht ein Computer mit vier 1,9-GHz-Xeons bereit. Wer wissen will, wie die Stimmung in New York ist, kann heute ab 20 Uhr im Forum der Fachzeitschrift Computerschach und -spiele dem Schachkolumnisten und Vor-Ort-Kommentator Michael Greengard Löcher in den Bauch fragen. Die noch verbleibenden zwei Partien sind live zu verfolgen unter anderem bei der ICGA (International Computer Games Association), Chessbase und beim Veranstalter x3Dworld. Die nächste Partie geht am Mittwoch, den 5. Februar, um 21.30 Uhr deutscher Zeit über die Bühne. (jk)