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Scharfe LCDs mit 120-Hz-Technik

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Ein wichtiges Thema auf der DisplayWeek in Long Beach ist die Verbesserung der Bewegtbilddarstellung (Motion Blur) auf LCDs. An den Ständen der großen Display-Hersteller sind Exponate dazu zu finden. Auch im angegliederten Kongress wird die Wiedergabe schneller Bildsequenzen behandelt. So demonstrierte beispielsweise der Vertreter eines großen LCD-Herstellers die Vorteile der Flüssigkristallschirme – hochauflösend, kontraststark, hell, groß, leicht und stromsparend –, ohne dabei die wesentlichen Nachteile der LCD-Technik, den Preis und die Bewegungsunschärfe, unerwähnt zu lassen: eine ungewöhnlich offene Herangehensweise. Als Maßnahme zu Verringerung der Unschärfen wird derzeit vor allem die 120-Hz-Technik angewendet. Die Verdoppelung der Bildwiederholfrequenz bei gleichzeitigem Hinzurechnen von Zwischenbildern verkürzt die Zeit, während das Bild auf dem Schirm steht. Anders als bei Röhrenfernsehern mit ihrer Impulsdarstellung, wo jeder Bildpunkt nur für kurze Zeit aufleuchtet, bleibt das Bild bei LCDs, Plasma-Displays und auch OLEDs während eines Frames auf dem Schirm sichtbar. Diese Haltezeit ist einer der Gründe, warum bewegte Objekte unscharfe Kanten haben. Ein weiterer Grund ist die Trägheit des Flüssigkristalls, die man inzwischen aber mit Overdrive-Techniken recht gut überwinden kann.

Samsung zeigt seine aktuellen Maßnahmen zur besseren Bewegtbilddarstellung. Ein imposantes 70-Zoll-LCD wurde mit Samsungs McFi-Technik (Motion-compensated Frame-interpolation) auf 120 Hz beschleunigt. Die Schaltzeiten hat man zuvor mit Overdrive auf 4 ms (gray to gray) reduziert. Den Kontrast des 1,80-m-Displays mit 1920 × 1080 Pixeln erhöhte Samsung zudem durch gezieltes Dimmen des LED-Backlight in Abhängigkeit vom Bildinhalt auf vermeintliche 100.000:1.

An einem 46-Zöller demonstriert der koreanische Hersteller zusätzlich zur 120-Hz-Technik das sogenannte Scanning Backlight. Bei der von Philips erst kürzlich ad acta gelegten Maßnahme zur Reduzierung der hold time leuchtet während eines Frames nicht das gesamte Panel, sondern nur Ausschnitte davon. Dazu sitzen im Displayrücken sieben LED-Lichtleisten, die nacheinander im Takt der Bildwiederholfrequenz aufleuchten. Dadurch laufen die Lichtstrahlen des Backlight ähnlich wie bei einem Scanner von oben nach unten, hinter dem Schirm entlang. Ob Samsung das Scanning Backlight demnächst in Fernsehern einsetzen will, war nicht zu erfahren. Ein Samsung-Vertreter gestand allerdings ein, dass die Technik trotz Einsatz von LEDs nicht eben günstig sei – Philips hatte für sein Scanning Backlight teure HCFL-Röhrchen genutzt. (uk)