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Schengen-Informationssystem liegt im Plan

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Die Entwicklung des erweiterten Schengen-Informationssystems SISone4all liegt voll im Plan. Dies teilt das Bundesinnenministerium in einer Pressemeldung mit. Die termingerechte Entwicklung von SISone4all stelle sicher, dass die Binnengrenzkontrollen zu den neuen europäischen Mitgliedsstaaten im Dezember 2007 entfallen können, heißt es in der Meldung. Ab Frühjahr 2008 sollen auch die Luftgrenzen in das System einbezogen werden und die Reisefreiheit für alle Mitgliedsstaaten des Schengen-Systems ermöglichen.

Die Software für SISone4all wird derzeit in Portugal entwickelt. Technisch basiert sie auf dem derzeitigen Informationssystem SIS I, ist aber um einige Funktionen abgespeckt, damit die neuen europäischen Mitgliedsländer schneller angeschlossen werden können. Eine erste Beta-Version der Software wurde den Beitrittsländern am 27. März übergeben. Der ehrgeizige Zeitplan sieht vor, dass die Endversion im August 2007 installiert werden kann und das gesamte System nach den erfolgreichen Testläufen im Dezember freigeschaltet werden kann. Über so genannte SIRENE-Büros (Supplementary Information Requests at the National Entry) können dann die Beitrittsländer abfragen, ob ein Reisender oder ein KFZ in der SIS-Datenbank gespeichert ist, die physikalisch in Straßburg (Frankreich) und Sankt Johann (Österreich) installiert ist. Für den Anschluss und die Programmierung soll jedes Beitrittsland dreieinhalb Millionen Euro zahlen.

Parallel zu den Arbeiten an SISone4all laufen die Programmierarbeiten am SIS II genannten Informationssystem weiter. In diesem System sollen erweiterte Datensätze gespeichert werden, etwa die biometrischen Informationen zu einer gesuchten Person. Ursprünglich sollten die neuen Mitgliedsstaaten direkt in das neue SIS II eingebunden werden. Die Datenbank zu SIS II und das entsprechende Visa-Informationssystem VIS sollten im Juni 2007 freigeschaltet werden. Mitte 2006 zeichnete sich ab, dass erhebliche technische Schwierigkeiten das Projekt verzögern. SISone4all wurde daher als Interimslösung konzipiert, bis SIS II nach dem offiziell korrigierten Zeitplan im Dezember 2008 anläuft. (Detlef Borchers) / (vbr)