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Schlammschlacht um Napster geht weiter

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Die Musikindustrie und Napster weisen sich wieder einmal gegenseitig die Schuld an dem schleppenden Fortschritt bei der Blockierung urheberrechtlich geschützter Songs im Suchindex der Tauschbörse zu. Nach Informationen des Wirtschaftssenders Bloomberg wollen die großen Labels Napster vor Gericht zwingen, wirksamere Filtermethoden als die bisherige textbasierte Variante einzusetzen.

Bei einer gerichtlichen Anhörung beschuldigte eine Sprecherin der amerikanischen Musikindustrie die Tauschbörse, absichtlich nicht alle erforderlichen Dateien zu blockieren, um ihre Mitglieder bei der Stange zu halten. Napster-Chef Hank Barry wies den Vorwurf zurück. Wenn die Musikindustrie Listen ungefilterter Dateinamen besitze, solle sie diese nicht dem Gericht, sondern Napster vorlegen, sagte er. Immerhin blockiere Napster bereits 60 Prozent aller angebotenen Songs.

Über die erneuten Vorwürfe der Musikindustrie entschied das Gericht nicht sofort, sondern räumte Napster eine Frist zur Stellungnahme bis zum 10. April ein. Zuvor werden Betreiber der Tauschbörse vor dem US-Kongress Gehör finden. Mit einem Aufruf auf ihrer Website versuchen sie nun, die Napster-Anwender zu mobilisieren, an der für den 3. April in Washington angesetzten Anhörung teilzunehmen. (vza)