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Schlechte Arbeitsbedingungen: Samsung in Brasilien angeklagt

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Samsung-Mitarbeiter in Brasilien sollen unter unzumutbaren Arbeitsbedingungen leiden. In einer Fabrik im Norden des Landes müssten die Arbeiter in Schichten von 10 bis 15 Stunden ohne Pausen für die Smartphone-Produktion Teile zusammensetzen. Bis zu 6800 Mal am Tag solle ein Arbeiter den gleichen Arbeitsschritt durchführen und die Arbeit finde im Stehen statt. Ein Angestellter habe 27 Tage in Folge gearbeitet. Das berichtet Repórter Brasil, eine Nichtregierungsorganisation, die über Arbeitsrechtsverletzungen in Brasilien informiert.

Das Arbeitsministerium habe die schlechten Bedingungen bei Inspektionen jeweils im Mai 2011 und 2013 festgestellt und Ende letzter Woche Anklage gegen Samsung erhoben. Das Ministerium fordere 250 Millionen Real Schadenersatz – umgerechnet rund 82 Millionen Euro.

Die betroffene Fabrik weigerte sich dem Bericht zufolge trotz Aufforderung durch die Staatsanwaltschaft, Nachweise über die Arbeitsstunden und -tage der Angestellten herauszugeben. Laut Anklage sollen allein im vergangenen Jahr über 2000 Arbeiter berufsbedingt gesundheitliche Probleme gehabt haben. Im betroffenen Werk sind etwa 5600 Personen beschäftigt.

In einer Stellungnahme von Samsung gegenüber Repórter Brasil heißt es, man werde die Vorgänge analysieren, sobald das Unternehmen Nachricht von der Anklage erhalte. In der Mitteilung wird für diesen Fall auch die Zusammenarbeit mit den brasilianischen Behörden zugesichert. Weiter heißt es, Samsung sei bestrebt, seinen Mitarbeitern weltweit die bestmöglichen Arbeitsbedingungen in Bezug auf Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden zu bieten. (Sylvia Beckers) / (sybe)

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