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Schlechter Start für Nokia Siemens Networks

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Zum 1. April nimmt das Joint Venture von Nokia und Siemens den Betrieb auf. Besonders wohl dürfte den 60.000 Beschäftigten des neuen Gemeinschaftsunternehmens Nokia Siemens Networks (NSN) dabei nicht sein, vor allem jenen 37.000, die vorher für Siemens arbeiteten. Sie stammen aus dem (aufgelösten) Geschäftsbereich Communications (Com) und wurden schon kräftig durchgeschüttelt von den Eruptionen der Skandale um die schwarzen Kassen und Schmiergeldzahlungen, die gerade in diesem Bereich aufgetreten sind. Die Skandale waren auch der Grund dafür, dass der Geschäftsbeginn vom Jahresanfang auf den April verschoben werden und Siemens 300 Millionen Euro zusätzlich in das Gemeinschaftsunternehmen einschießen musste.

Darüber hinaus schwebt über der Belegschaft das Damoklesschwert der Kündigung, denn NSN soll 1,5 Milliarden Euro an Kosten sparen und das zum Teil über die Einsparung von 9000 Stellen. Pessimisten in der Belegschaft der neuen Gesellschaft mit Sitz in Helsinki rechnen mit deutlich mehr gestrichenen Stellen, vorwiegend in Verwaltung, Vertrieb und Marketing.

Zu allem Übel hapert es anscheinend im Management. So beklagten Betriebsräte, dass jetzt noch offen sei, welche gemeinsamen Produkte angeboten und welche Linien weitergeführt werden sollen, schreibt die Frankfurter Rundschau in der heutigen Ausgabe. So würden Kunden "im Unklaren gelassen und sie bestellten deshalb erst einmal bei der Konkurrenz". Auf diese Weise dürfte NSN es schwer haben, in der Sparte Telefonnetzwerke die Nummer Eins zu werden. Immerhin ist der entstandene Netzwerkriese per se schon der drittgrößte auf diesem Feld hinter Alcatel/Lucent und Ericsson/Marconi. (bb)