Schlechtes Wetter: Discovery-Start um 24 Stunden verschoben

Weil in der Umgebung immer wieder Gewitter aufgezogen waren, hat die NASA den Start der Raumfähre "Discovery" auf heute Abend um 21:26 Uhr MESZ verschoben.

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  • Andrea Trinkwalder

Die Raumfähre "Discovery" muss erst mal auf dem Boden bleiben. Weil in der Umgebung immer wieder Gewitter aufgezogen waren, hat die NASA den für gestern um 21:48 Uhr MESZ geplanten Start verschoben. Der neue Starttermin ist für heute Abend um 21:26 Uhr MESZ angesetzt. Da das Zeitfenster nun 22 Minuten früher beginnt als gestern, wird man die Raumfähre in den nördlichen Gebieten Mitteleuropas vermutlich nicht erkennen können, da die Sonne dann noch über dem Horizont steht. Nach Angaben der NASA liegt die Wahrscheinlichkeit bei 60 Prozent, dass die "Discovery" auch heute aufgrund schlechten Wetters ihre Reise zur Internationalen Raumstation ISS nicht antreten darf.

Während des Countdowns sei lediglich ein einziges technisches Problem aufgetreten: Ein Heizaggregat einer Schubdüse sei ausgefallen, das jedoch für den Start nicht benötigt würde. Die NASA entschied, während des Aufenthalts im All an einer Lösung zu arbeiten. Doch nach wie vor steht vor allem die Sorge um vom Treibstofftank herabfallende Schaumteile im Vordergrund. Die "Columbia" war vor drei Jahren aufgrund dadurch entstandener Schäden am Hitzeschild beim Wiedereintritt in die Atmosphäre auseinandergebrochen. Bei der letzten "Discovery"-Mission wurden Schäden am Hitzeschild in einer spektakulären Aktion sicherheitshalber repariert.

NASA-Sicherheitschef Bryan O'Connor und Chefingenieur Christopher Scolese hatten vor zwei Wochen vorgeschlagen, zunächst an 34 Bereichen des Treibstofftanks Änderungen vorzunehmen und den Shuttle erst dann starten zu lassen. Damit sollte verhindert werden, dass sich beim Betanken an diesen Stellen Frost oder Eis bildet. NASA-Chef Michael Griffin beschloss jedoch, die Mission wie geplant durchzuführen.

Sollte die Discovery beim Start durch herabfallende Schaumteile ernsthaft beschädigt werden, könnten die sieben Astronauten in der ISS Unterschlupf finden und später von der "Atlantis" gerettet werden -- ein Notfallszenario, das ebenfalls riskant ist und das die NASA unbedingt vermeiden möchte. Zudem hatte Griffin im Juni erklärt, dass die NASA die Shuttles dann endgültig aus dem Verkehr ziehen würde, was ernste Folgen für den Bau der ISS sowie die Reparatur des Weltraumteleskops "Hubble" hätte.

Zusammen mit der "Discovery" harrt auch der deutsche ESA-Pilot Thomas Reiter in der Warteschleife aus. Reiter, der bereits 179 Tage an Bord der russischen Raumstation "Mir" verbracht hat, wird über ein halbes Jahr in der ISS bleiben und dort wichtige Laborgeräte einbauen sowie wissenschaftliche Experimente betreuen. (atr)