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Schlechtscheine: Polizei fahndet nach Ikea-Gutschein-Betrügern

Mit Bildern von Überwachungskameras fahndet die Polizei Hannover nach Gutschein-Betrügern, die im Dezember 2014 bei c't-Leser Josef S. über 2000 Euro abzockten. Ein Foto des Original-Gutscheins dürfte ihnen als Vorlage für ein Duplikat gedient haben.

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Fahndungsfoto Ikea-Gutscheinbetrüger

Fast ein Jahr nach der Tat fahndet die Polizeidirektion Hannover nun auch öffentlich nach einem Betrüger-Pärchen, das am 16. Dezember 2014 bei den Ikea-Filialen Großburgwedel und Braunschweig einen fremden Gutschein abgeräumt haben soll. Waren im Wert von insgesamt 2270 Euro sollen die beiden erbeutet haben, mutmaßlich mit einer selbst angefertigen Kopie des Gutscheins von c't-Leser Josef S., dessen Seriennummer sie bei eBay Kleinanzeigen gefunden hatten – c't berichtete über den Fall in der Ausgabe 16/15("Ikea: Kein Schadenersatz bei Gutscheinbetrug") und versuchte vergeblich, einen Schadenersatz durch Ikea zu erreichen.

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Ein solche Gutscheinbetrug ist auch nicht weiter schwierig: Bei Ikea-Gutscheinen aus Umtäuschen etwa ist auf dem Magnetstreifen lediglich die Seriennummer des Gutscheins gespeichert – er steht aber auch gut lesbar auf der Rückseite und wird auf jeden Kassenbon gedruckt, wo das Guthaben eingesetzt oder abgefragt wurde. Zudem sind die Seriennummern aufsteigend vergeben, sodass sich leicht die Seriennummern der vorherigen und nachfolgenden Gutscheine vorhersagen lassen. Sicherheitsmerkmale wie eine PIN unter einem Rubbelfeld fehlen völlig.

Indem ein Gauner eine solche Seriennummer mit einem handelsüblichen Magnetstreifen-Encoder auf einem bereits verbrauchten Gutschein speichert, kann er das fremde Guthaben leicht abzocken – das Kassenpersonal bekommt davon nichts mit, wie Kauftests der Redaktion bewiesen haben. Dank Selbstbedienungskassen müssen Betrüger das Risiko einer Entdeckung an der Kasse aber gar nicht eingehen – so hat es auch das jetzt von der Polizei gesuchte Pärchen gemacht, die Bilder stammen von Überwachungskameras des schwedischen Möbelhauses und zeigen im Hintergrund das Selbstbedienungsterminal. Dass sich der Fall drei Monate vor der Berichterstattung in c't ereignete, beweist auch, dass es sich keineswegs um ein theoretisches Szenario handelt oder die Betrügereien erst durch die Veröffentlichung provoziert wurden.

Wer Hinweise zu den abgebildeten Personen geben kann, wird gebeten, das Polizeikommissariat Großburgwedel unter der Telefonnummer 05139/9910 anzurufen. So könnte Josef S. vielleicht doch noch einen Schadenersatz geltend machen.

Lesen Sie dazu auch in der c't:

[UPDATE, 7.09.2016, 16:00]

Da die Verdächtigen ermittelt werden konnten, wurden die Fahndungsbilder aus der Meldung entfernt. (mid)

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