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Schlecker passt Minutenpreis für Mobilfunkangebot an [Update]

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Die Drogeriekette Schlecker senkt die Preise für ihr Smobil getauftes Angebot, das seit April regional begrenzt und per Internet erhältlich ist. Zunächst kosteten Gespräche zu anderen Handys oder Festnetznummern deutschlandweit einheitlich 25 Cent pro Minute. Aus der aktuellen Preisübersicht geht hervor, dass Smobil, das das Netz von Vodafone D2 nutzt, seine Konditionen mit dem heutigen bundesweiten Vermarktungsstart in Schlecker-Filialen angepasst hat.

Ein Aufladebetrag von 30 Euro führt dabei zu einem Gesprächsguthaben von 50 Euro. Bei einem nominellen Minutenpreis von 25 Cent ergibt sich ein rechnerischer Minutenpreis von 15 Cent, wenn das Guthaben ausschließlich für innerdeutsche Telefonate verbraucht wird. Der 40-prozentige Rabatt auf das 50-Euro-Guthaben gilt der Smobil-Hotline zufolge für sämtliche Dienste und Preise. Eine innerdeutsche Standard-SMS kostet nominell 19 Cent, effektiv 11,4 Cent; eine MMS statt 39 Cent 23,4 Cent. Gespräche ins Ausland bleiben mit nominell 1,99 Euro/effektiv 1,20 Euro pro Minute sehr teuer, doch liegen sie damit unter dem Niveau anderer Discount-Tarife. Ein Minutenpreis von 5,49 Euro für bestimmte Gespräche von Smobil-Kunden, die sich in der Region "Welt 2" aufhalten, stellt jedoch einen neuen Exzess im Kleingedruckten von so genannten Discount-Anbietern dar.

Erfreulich aus Kundensicht ist hingegen, dass Smobil im 60/1 Sek-Takt abgerechnet wird, das heißt, dass die erste Minute stets voll und dann sekundengenau berechnet wird. Bei geringeren Aufladebeträgen sinkt der Rabatt: 25 Euro Guthaben kosten 19 Euro (24 Prozent), 10 Euro Guthaben kosten 8 Euro (20 Prozent). Aufladebeträge sind ein halbes Jahr lang gültig, bleiben aber erhalten, wenn nach sechs Monaten wieder eine Aufladung erfolgt.

Insgesamt betrachtet liegt das Preisniveau des Schlecker-Angebots auf dem Niveau der älteren "No-Frills"-Anbieter. Interessant erscheint es vor allem für jene, die an den bevorzugten Einsatzorten besonders guten Empfang im Vodafone-Netz haben. Allerdings bietet Smobil bis auf Weiteres keine Möglichkeit zur "ankommenden Rufnummernportierung", was bedeutet, dass man seine angestammte Handynummer nicht zum neuen Anbieter mitnehmen kann. Mit einem Community-Tarif von einem Cent pro Minute (ohne Rabatt) für innerdeutsche Telefonate zwischen Smobil-Kunden lockt Schlecker mit einem Community-Angebot. Smobil unterbietet damit deutlich das Angebot Aldi Talk, wo mutmaßlich über 200.000 Kunden untereinander für fünf Cent pro Minute telefonieren können. Der Smobil-Hotline zufolge wird sich der Community-Preis ab dem 1. Oktober auf einen Wert zwischen einem und fünf Cent pro Minute auf branchenübliches Niveau einpendeln – offenkundig nutzt Schlecker den Kampfpreis, um möglichst schnell viele Kunden zu gewinnen.

[Update: Die Presseagantur von Smobil korrigierte inzwischen die Aussagen der Hotline und erklärte, dass der 1-Cent-Tarif nicht bis zum 30. September befristet sei, sondern "unbegrenzt" gelte. Für die Kunden bedeutet dies, dass der Preis für Community-Gespräche nicht notwendig am 1. Oktober geändert wird. Auf Nachfrage von heise online räumte eine Smobil-Pressesprecherin zugleich ein, dass der 1-Cent-Tarif ebenso geändert werden könne wie andere Preise in diesem Mobilfunkangebot ].

Im Fall weiterer Kostensenkungen wird die Luft auch für die knapp kalkulierenden, "ohne Schnickschnack" operierenden Discounter zu dünn, lautet die Einschätzung des Chefs des Discount-Pioniers Simyo. Dies gelte zumindest so lange, wie die Einkaufspreise, die die Discounter an die Netzbetreiber abführen müssen, nicht sinken. Wenn es dazu kommt, müsste Smobil nicht seine Preislisten umschreiben, sondern lediglich die Rabattstufen ändern. (ssu)