Schlussverkauf bei Atari

Anfang des Jahres ging der Spielehersteller Atari pleite. Weil sich kein neuer Geldgeber finden ließ, wird das Unternehmen nun zerlegt und in Einzelteilen verkauft.

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Der insolvente Spielehersteller Atari wird zerschlagen und in Einzelteilen verkauft. Die Insolvenzverwalter hoffen auf Einnahmen von 22,15 Millionen US-Dollar (rund 17,2 Millionen Euro), die den Gläubigern zustehen.

Das Unternehmen hatte im Januar dieses Jahres einen Insolvenzantrag gestellt und seitdem auf einen neuen Investor gehofft. Dieser ließ jedoch vergeblich auf sich warten – ein befriedigendes Kaufangebot gab es nicht. Deshalb sei nun der Einzelverkauf nötig, berichtet das Wall Street Journal. Wenn die Richter zustimmen, sollen Mitte Juli unter anderem die Marke "Atari" samt Spielepaket für 15 Millionen US-Dollar verkauft werden. Die Spielreihe "RollerCoaster Tycoon" gibt es für mindestens 3,5 Millionen US-Dollar. Etwas billiger ist "Test Drive": Die Rechte an der Rennspiel-Reihe sollen 1,5 Millionen in die leeren Kassen spülen. Richtig günstig ist im Vergleich dazu die Spielereihe "Total Annihilation" – die Rechte daran kosten gerade einmal 250.000 US-Dollar.

Vor zehn Jahren gab es noch Hoffnung für Atari: Damals hatte Infogrames die Namensrechte erworben und sich in Atari umbenannt. Diese Wiedergeburt erwies sich jedoch als Fehlgeburt. An die großen Erfolge von damals konnte das Unternehmen nicht mehr anknüpfen. In den 1970ern hatte Atari mit Spielen wie "Pong" und "Asteroids" sowie mit der legendären Spielkonsole "Atari 2600" die Videospielära eingeläutet. Doch seit den 80ern wurde das Unternehmen von finanziellen Problemen geplagt. (dbe)