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Schneeballsystem: Millionenstrafe für Bitcoin-Mining-Firmen GAW Miners und Zenminer

Zwei Firmen haben Rechnerleistung fürs Bitcoin-Mining verkauft, die gar nicht vorhanden war. Dafür sind nun Millionenstrafen fällig.

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Die US-Börsenaufsicht SEC hat vor einem US-Bezirksgericht ein Versäumnisurteil gegen die Bitcoin-Mining-Dienstleister GAW Miners und Zen Miner erwirken können. Die Aufsichtsbehörde wirft den Firmen und ihrem Gründer Joshua G. vor, ein Schneeballsystem betrieben zu haben, das Investoren Geld aus der Tasche ziehen sollte. Der Mitteilung der SEC nach müssen beide Unternehmen dafür nun über 10 Millionen US-Dollar Strafe zahlen, dazu noch ein Bußgeld von jeweils einer Million US-Dollar.

Der Gründer Joshua G. hat der 2015 eingereichten Klage zufolge über beide Firmen "Hashlets“ genannte Anteilsscheine verkauft, die angeblich Hashingleistung für das Bitcoin-Mining verbrieften. Tatsächlich sollen beide Firmen aber weit über die vorhandene Rechnerkapazität hinaus Anteile verkauft haben, so dass ein Großteil der Investoren für fiktive Leistung bezahlte. Die regelmäßigen Ausschüttungen an bestehende Investoren stammten demnach hauptsächlich nicht aus Mining-Gewinnen, sondern aus den Geldern neuer Investoren. Rund 10.000 Anleger sollen fast 20 Millionen US-Dollar in das System gesteckt haben.

Joshua G. hatte GAW Miners Anfang 2014 gegründet, zunächst Mining-Hardware weiterverkauft und dann das Hosting von Mining-Hardware angeboten. Dafür gründete er seine zweite Firma ZenMiner, täuschte jedoch vor, dass es sich um ein unabhängiges Unternehmen handelte, das mit GAW Miners kooperierte – bis hin zu einer fingierten Übernahme durch GAW Miners. Beide Firmen sind nicht mehr aktiv, gegen ihren Gründer läuft aber noch ein weiteres Verfahren, das die SEC angestrengt hat.

Das Mining dient zur Aufrechterhaltung und Validierung des Bitcoin-Netzwerks. Um einen neuen Block mit Transaktionen in die dezentrale Buchhaltungsdatei eintragen zu können und eine Belohnung von aktuell 12,5 Bitcoin zu bekommen, müssen die teilnehmenden Rechner um die Wette einen Hashwert errechnen. Ohne teure Spezialhardware auf ASIC-Basis und sehr günstigen Strom lässt sich das Mining praktisch nicht mehr profitabel betreiben. (axk)