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Schnelle neue Flachbildschirme

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Sony präsentiert auf der Flachdisplaymesse Displays 2007 in Tokio zwei organische Bildschirme mit 11- und 27-Zoll-Diagonale. Beide OLED-Panels (Organic Light Emitting Device) sollen einen enormen Kontrast von 1.000.000 : 1 erzielen und 1024 × 768 respektive 1920 × 1080 Pixel besitzen. Angeblich will Sony den kleineren 28-cm-Schirm noch in diesem Jahr als Fernsehgerät auf den Markt bringen, wobei zunächst lediglich 1000 Stück pro Monat gefertigt werden sollen. Für den Massenmarkt sind dies homöopathische Dosen, weshalb der "normale" Fernsehzuschauer die Geräte zunächst wohl nur auf kommenden Messen live zu sehen bekommen wird. Da Sony bereits vor sechs Jahren ein 13-zölliges OLED vorgestellt hat und 2004 die Massenfertigung von organischen Schirmen ankündigte, bleibt abzuwarten, wie viel 11-zöllige OLED-TVs der Hersteller am Ende des Jahres tatsächlich in Umlauf gebracht hat.

TMDisplays ist mit diesbezüglichen Ankündigungen etwas vorsichtiger. Das Gemeinschaftsunternehmen von Toshiba und Matsushita zeigt ebenfalls ein organisches Display, hier mit 20,8 Zoll Bilddiagonale (53 cm), will erste Geräte aber nicht vor 2010 auf den Markt bringen. TMDisplays setzt auf die Polymertechnik: Die so genannten Polymer Light Emitting Devices (PLED) wurden ursprünglich von Cambridge Display Technology (CDT) entwickelt. Sie lassen sich in Flüssigkeit auflösen und können anschließend auf das schnell drehende Substrat aufgetröpfelt oder im Inkjet-Druckverfahren aufgebracht werden. Beides ist kostengünstiger als das für (Small Molecule) OLEDs notwendige Aufdampfen der organischen Stoffe im Vakuum. Wie Sony nutzt TMDisplays ein TFT-Substrat aus Low Temperature Polysilizium (LTPS).

TMD hat eine weitere Technik in petto, die für kontraststarke, schnell schaltende Displays sorgt: LCD-Panels in der so genannten OCB-Technik (Optically Compensated Bend). OCB-LCDs besitzen auch für Grauwechsel sehr kurze Schaltzeiten, ohne dass zusätzliche Techniken wie Overdrive zum Einsatz kommen. Zwar werden OCBs nicht die fünf bis zehn Nanosekunden erreichen, die TMD für sein 21-zölliges PLED-Panel nennt. Die Grauschaltzeiten der OCB-Panels liegen aber mit etwa drei Millisekunden deutlich unter denen von herkömmlichen LCDs. Steuert man die flinken OCB-LCDs nacheinander mit rotem, grünem und blauem Licht an (Field-Sequential-Technik), können die lichtschluckenden Farbfilter entfallen. Mit LEDs als Lichtquelle bieten solche OCB-Displays einen sehr großen Farbumfang, also sehr satte Farben. Die auf der Display 2007 gezeigten OCB-Panels mit Diagonalen zwischen zwei und 32 Zoll erreichen laut TMDisplays einen Kontrast von 1.000.000 : 1. Erste Seriengeräte sollen im kommenden Jahr oder spätestens 2009 vom Band rollen.

Die Ende vergangenen Jahres bei Sony ausgegliederte Displaysparte Field Emission Technologies präsentiert auf der Displays 2007 ihr erstes Feldemissionsdisplay. Sony hatte erstmals vor sechs Jahren auf der SID einen FED-Schirm vorgestellt. Die FED-Technik ähnelt der von Canon und Toshiba vorangebrachten SED-Technik. Während die nur noch von Canon betriebene SED-Entwicklung ins Stocken geraten ist, plant Field Emission den Verkaufstart eines 24-zölligen Monitors mit FED-Panel in Japan und den USA. Anders als Canon will sich der Sony-Ableger zunächst auf etwas kleinere Diagonalen beschränken, geht die Geräte aber ebenfalls sehr hochpreisig an: Rund 10.000 US-Dollar sollen nach Angaben von Digitimes für den 24-Zöller fällig werden. (uk)