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Telekom: Erste 5G-Mobilfunkbasen mit Gigabit-Geschwindigkeit in Berlin

Entwickler neuer Anwendungen, die besonders niedrige Latenz für den mobilen Internetzugang voraussetzen, können das jetzt live in Berlin testen: Die Telekom hat ihre ersten beiden Antennenstandorte für den Mobilfunk der nächsten Generation ertüchtigt.

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Schneller Mobilfunk: Erste 5G-Basen im Alltagsbetrieb

(Bild: Deutsche Telekom)

Nach einem auf industrielle Nutzung ausgelegten Pilotprojekt im Hamburger Hafen und einer ersten Testinstallation in Berlin startet die Deutsche Telekom nun den regulären Betrieb ihres Mobilfunknetzes der 5. Generation (5G) für die Allgemeinheit. Dazu hat sie zwei Standorte mit jeweils drei Basen in Berlin Mitte (Leipziger Straße) und Schöneberg (Winterfeldtstraße) auf die 5G-Technik hochgerüstet. Sie sind mit 10 Gigabit/s ans Festnetz angebunden und werden der Kern eines 5G-Clusters, den die Telekom bis zum Sommer auf 70 Basen an über 20 Standorten ausbauen will.

Im ersten Schritt soll der Cluster eine "Breite" von 5 Kilometern abdecken. Er funkt mit einer Testlizenz im 3,7-GHz-Bereich und setzt auf Technik von Huawei, die nach dem im Dezember 2017 standardisierten 5G NR (New Radio) der Mobilfunk-Normengruppe 3GPP arbeitet. Jede Basis, die einen rund 120° breiten Sektor abdeckt, funkt über 64 Antennenelemente (Massive MIMO, Multiple Input Multiple Output). Zum Vergleich: Moderne WLAN-Router nutzen maximal 4 Antennen

.

Multi-User-MIMO für neue Anwendungen

Mit Multi-User-MIMO können die 5G-Basen zudem mehrere Mobilgeräte gleichzeitig mit mehreren räumlichen Datenströmen bedienen. Spricht die Gegenseite kein MIMO, dann kann die Basis mittels Beamforming immerhin noch eine Richtwirkung erzielen, die die Verbindung verbessert und so eine höhere Datenrate ermöglicht.

In ersten Tests hat die Telekom nach eigenen Angaben zu einem einzelnen Client mehr als 2 GBit/s übertragen. Die Latenz zu einem Application Server hinter dem Core-Netz lag bei 3–4 Millisekunden (Round-Trip- oder Ping Time: 7–9 ms). Mit dem Cluster und ihrem Inkubator hub:raum will die Telekom die Entwicklung neuer Anwendungen fördern, die ohne die niedrige Latenz und die hohe Datenrate von 5G nicht realisierbar wären. Diese Anwendungen sind nun in Berlin in einer Alltagsumgebung live testbar. (ea)

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