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Schnellere Power5+-Prozessoren und eine PowerPC-Workstation [Update]

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Bereits im vergangenen Herbst hatte IBM angekündigt, den optimierten Power5-Prozessor Power5+ ab Anfang 2006 mit bis zu 2,2 GHz Taktfrequenz in verschiedenen Servern und HPC-Cluster-Knoten der p5-Baureihe einsetzen zu wollen. Bisher hat IBM den Power5+ nur mit maximal 1,9 GHz selbst verbaut, während Hitachi bereits einen Superrechner mit den 2,1-GHz-Typen angekündigt hat.

Nun will IBM den Power5+ 2,2 GHz im p5 570 und dem Cluster-Knoten p5 575 anbieten. Für den p5 570 mit 16 Kernen nennt IBM einen neuen Rekordwert für 16-Wege-Systeme im Datenbank-Benchmark TPC-C von 1.025.169 tpmC und einen SPECjbb2005-Wert von 326.651 bops, womit sich die 16-Kern-Maschine in diesem Java-Benchmark beispielsweise vor einen Itanium-2-Server mit 32 Prozessoren setzt und auch UltraSPARC-IV-Systeme mit gleicher Kernzahl abhängt.

Im p5 510Q, p5 520Q, p5 550Q und im p5 560Q setzt IBM Quad-Core-Module (QCM) mit jeweils vier Power5+-Kernen ein, die mit 1,5 GHz laufen.

Überraschend kommen zwei neue IBM-Produkte mit PowerPC-970-Prozessoren, die auch Apple unter dem Namen G5 in Power Macs und Xserve-Servern einsetzt: die Workstation IntelliStation POWER 185 Express und der Server p5 185 Express. Beide Systeme sind für IBM-Verhältnisse und im Vergleich zu ihren Verwandten mit Power5-Prozessoren preiswert (ab 6.000 beziehungsweise 3.000 US-Dollar) und laufen unter AIX 5L. Anders als die Namen vermuten lassen könnten, enthalten sie aber keine PCI-Express-Slots, sondern PCI- und PCI-X-Busse. Als schnellste Grafikkarte für die Workstation bietet IBM die POWER GXT6500P mit 64-Bit/66-MHz-PCI-Interface an. Die PPC970-Prozessoren erreichen bis zu 2,5 GHz. Die Systeme arbeiten mit dem PPC970MP – kürzlich erst hatte IBM den Blade-Server JS21 mit dem ebenfalls von Apple verwendeten Doppelkern-PowerPC 970MP vorgestellt. Neu ist hier die Verwendung des halbierten MP-Prozessors als Einzelkern bei Einzelprozessorbestückung – so wie es zu Teil auch bei den Power5-Systemen üblich ist.

[Update]:
Eine Fülle von "Best-in-Class"- Benchmark-Rekorden begleitet neben den erwähnten TPC-C und SPECjbb2005-Spitzenwerten die Einführung der neuen IBM-Systeme. Sei es in TPC-H, SAP, Oracle Application, Webserver (SPECweb2005), Linpack, Stream, Fluent ...

Herausgegriffen sei hier die CPU2000-Suite der SPEC. Mit 3513 SPECfp_peak2000 beziehungsweise dem Basiwert von 3271 SPECfp_base2000 setzt der 2,2-GHz-Power5+ neue Maßstäbe für das High Performance Computing:15 Prozent schneller als sein kleiner Bruder, der Power5+ mit 1,9 GHz, der bislang die Konkurrenz anführte. Die Integer-Benchmarksuite ist traditionell nicht die Stärke der Power-Architektur, mit 1705 SPECint_base2000 muss er sich hier sogar einem kleinen Notebook-Prozessor geschlagen geben -- der Core-Duo mit 2,16 GHz im Thinkpad schafft hierbei 1748 SPECint_base2000.

In den Multithreading-Benchmarks können die P5-575-Systeme jedoch ihre Stärken ausspielen und bei SPECfp_rate2000 in allen Klassen von 2 bis 64 Kernen mit Taktfrequenzen zwischen 1,65 und 2,2 GHz triumphieren. Bei SPECint_ rate2000 liegen die P5+-Systeme von acht Kernen an aufwärts in Führung. 196 SPECint_rate_base2000 erzielt das P575-P5+/8 mit 2,2 GHz sowie 382 SPECfp_rate_base2000. In dieser Bestückung sind acht Doppelprozessoren als Einzelprozessoren eingesetzt, so dass jeder allein über den vollen Cache von 1,9 MByte L2 und 36 MByte L3 herrschen kann. Die Konkurrenz hängt er in dieser Disziplin gut um Faktor zwei ab: acht Itanium-2-Prozessoren mit 1,6 GHz und 9 MByte L3 im SGI Altix 3700 Bx2 kommen auf 206 SPECint_rate_base2000, die Primergy 650 mit SPARC 64 V erreicht mit acht Prozessoren 133 SPECfp_rate_base2000 und eine Sun V40z mit acht Kernen (4 x Dual-Opterons 880) erreicht 140 SPECfp_rate_base2000. Weitere Vergleichwerte kann man bei spec.org nachschlagen.

Die in den IBM-Workstations nun wahlweise zum Einsatz kommenden PPC970-Prozessoren mit bis zu 2,7 GHz können 1623 SPECint_base2000 und 2060 SPECfp_base2000 Punkte sammeln. (ciw)

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