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Schnelleres Satelliten-Internet via Ka-Sat

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Zur Demonstration wurden vor dem Landtag zwei Satellitenschüsseln aufgebaut und angeschlossen.

(Bild: Dirk Srocke)

Im Rahmen einer Veranstaltung im baden-württembergischen Landtag wurde am Dienstag der Satellit Ka-Sat von Eutelsat in Betrieb genommen. Der auf der vergangenen CeBIT vorgestellte Ka-Sat stellt schnelle Internetzugänge mit derzeit 10 MBit/s in Empfangsrichtung für bislang unterversorgte Regionen etwa auf dem Land bereit. In Anwesenheit von Ministerpräsident Winfried Kretschmann wurde der unter der Marke Tooway vermarktete Breitband-Internetzugang auch vorgeführt. Eigens für diese Demonstration standen vor dem Landtag zwei Sat-Antennen. Hinter Tooway steckt die Eutelsat-Tochter Skylogic als Betreiber und Anbieter. Kunden können das Satelliten-Internet aber auch über lokale Distributoren wie skyDSL, Sat Internet Services sowie die Internetagentur Schott buchen.

Über die Multifeedhalterung lässt sich die Antenne zusätzlich zum TV-Empfang nutzen.

(Bild: Dirk Srocke)

Die bisher unerschlossenen Regionen versorgt der Satellit mit Internetzugängen, die derzeit im Downlink bis zu 10 MBit/s und im Uplink bis zu 4 Mbit/s übertragen. Mit den am Jahresende 2011 verfügbaren Empfangsanlagen sollen sich in Empfangsrichtung bis zu 50 MBit/s erreichen lassen. Unterschiedliche Angaben gibt es zum nutzbaren Datenvolumen des Angebots: Während Distributor SkyDSL für unter 20 Euro eine "echte Flatrate" verspricht, schränkt Servicebetreiber Tooway ein: Es gelte in allen Tarifpaketen eine Fair Access Policy, die beim offiziellen Tooway-Start nur auf Nachfrage und recht vage umschrieben wurde. Strittig ist auch, wie viele Parteien hinter dem Sat-Modem hängen dürfen. Tooway macht hier keine Einschränkungen. Dagegen verwahrt sich Schott gegen größere, vom Anbieter nicht
autorisierte Infrastrukturen hinter dem Sat-Modem. Nicht zuletzt wegen rechtlicher Aspekte solle in Häusern mit mehreren Wohnparteien jeder für sich den Dienst buchen.

Einschränkungen trotz hoher Bandbreite: Selbst Mobilfunk sollte die Ping-Zeiten von Tooway schlagen.

(Bild: Dirk Srocke)

Trotz der auf den ersten Blick eindrucksvollen Leistungsdaten muss man Tooway als Behelfslösung betrachten. So charakterisiert der Präsident der Landesanstalt für Kommunikation (LFK), Thomas Langheinrich, Tooway nur als "wichtigen Baustein im Technologie-Mix", um ländliche Gebiete kostengünstiger als mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen. Denn der Satellitenfunk weist wegen Wettereinflüssen ein größeres Störpotential als Glasfaserkabel auf und eignet sich durch die großen Latenzzeiten beispielsweise nicht für Online-Spiele, die schnelle Reaktionen erfordern. (rek)