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Schnitzel aus dem Labor

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2012 sollen die ersten aus Zellkulturen gezüchteten Fleischprodukte auf den Markt kommen. Das berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe (im gut sortierten Zeitschriftenhandel oder hier portokostenfrei zu bestellen).

Henk Haagsman, Professor an der Fakultät für Veterinärmedizin in Utrecht, extrahiert Stammzellen aus Eizellen oder aus dem Knochenmark geschlachteter Schweine. In einer Nährlösung werden die Stammzellen dann zur Teilung angeregt und mittels Wachstumsfaktoren dazu gebracht, sich zu Myoblasten auszudifferenzieren – den Vorläuferzellen von Muskeln. Ist dies vollbracht, lassen sich die Schwein-Myoblasten durch mechanische und elektrische Stimulation zur Myogenese anregen, in der sich Muskelgewebe bildet.

Bis das Verfahren allerdings im industriellen Maßstab einsetzbar ist, gilt es noch, einige Probleme im Detail zu lösen. So stellt sich beispielsweise ab einem bestimmten Volumen die Frage, wie sich der Zellhaufen auch im Inneren noch mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen lässt. Die Holländer überlegen, die Kulturen in dünnen Schichten auf essbaren Gerüsten wachsen zu lassen. Zudem wird man noch einiges tun müssen, um die Skepsis der Verbraucher zu überwinden: In einer von der EU-Kommission Anfang 2005 durchgeführten Studie haben 54 Prozent der befragten Bürger Fleisch aus Zellkulturen abgelehnt und nur 36 Prozent dem Verfahren in Ausnahmefällen zugestimmt.

Mehr in Technology Review 04/2006: (wst)

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