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Schönbohm droht Herstellern von Gewalt-Videospielen mit Konsequenzen

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Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hat den Produzenten von "Gewalt-Computerspielen" bei fehlender Selbstbegrenzung mit gesetzlichen Einschränkungen gedroht. "Es ist an der Zeit, diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben. Wenn die Branche nicht zur Einsicht kommt, notfalls auch durch schärfere Gesetze", erklärte der Innenminister am Mittwoch in Potsdam.

"Wer das brutale Morden und die Verstümmelung von möglichst vielen Kindern, Frauen, älteren Menschen, Polizisten oder schlicht so genannten 'Feinden' zum obersten Ziel eines Computerspiels macht, handelt nicht nur menschenverachtend", sagte er gegenüber dpa. Damit würden auch die Werte untergraben, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Eltern forderte Schönbohm auf, sich die Spiele ihrer Kinder genauer anzusehen. Spiele mit Gewalt und Menschenverachtung würden zur geistigen Verwahrlosung und zur anhaltenden Gewaltbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen beitragen. Solche Spiele gehörten deshalb nicht ins Kinderzimmer.

Schönbohm nannte die Indizierungspraxis unbefriedigend und kritisierte die Selbstkontrolle. "Die Unabhängige Selbstkontrolle funktioniert nicht. Sie lässt Gewaltdarstellungen zu viel Raum. Vielfach werden die noch schlimmeren Nachfolgeversionen von einst indizierten Gewaltspielen nicht mehr auf den Index gesetzt und sind damit Kindern und Jugendlichen zugänglich." Im November hatten Schönbohm und einige seiner Amtskollegen bereits im TV-Magazin Frontal 21 eine strengere Prüfung von PC-Spielen gefordert. (tol)

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