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Schott: In einigen Jahren könnte es Glas zum Falten geben

Spezialglas wird immer dünner, ohne zu sehr an Stabilität zu verlieren, was unter anderem biegsame Elektronik möglich macht. Der deutsche Hersteller Schott kündigt jetzt sogar faltbares Glas an.

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Schott: In einigen Jahren könnte es Glas zum Falten geben

Der deutsche Hersteller Schott will in einigen Jahren Glas anbieten, das sich nicht nur biegen, sondern auch falten lässt. Das sagte Rüdiger Sprengard, Leiter der Geschäftsentwicklung für ultradünnes Glas des Mainzer Unternehmens, während einer Präsentation in San Francisco. Dadurch könnten unter anderem Telefone möglich werden, die zusammengeklappt in die Hosentasche passen, aber trotzdem einen Bildschirm in Tablet-Größe bieten, berichtet Technology Review online in "Neue Klapptelefone dank biegsamer Elektronik?".

Schott ist als erstes Unternehmen in der Lage, ultradünnes Glas herzustellen, das sich chemisch durch Ionenaustausch härten lässt. Das war eine Herausforderung, sagt Eric Urutti, Vice-President für Forschung und Entwicklung von Schott Nordamerika. Dazu wird das Glas aus einem riesigen Schmelztank zu Bögen gegossen und durch Walzen geleitet. Anschließend durchläuft es ein Bad aus geschmolzenem Kalium, bei dem kleinere Natrium-Ionen austreten und durch größere Kalium-Ionen ersetzt werden.

Auch der Konkurrent Corning arbeitet an ultradünnem Glas – ein Produkt mit 100 Mikrometern Dicke ist bereits erhältlich. Da Ionenaustausch bei dünneren Materialien schwieriger wird, will das Unternehmen künftig die Struktur des Glases selbst verändern – eine grundlegendere Veränderung an dem Material. Menschen benutzen es seit der Steinzeit, sagt Scott Forester, Leiter für Gorilla-Glas-Innovationen bei Corning, aber trotzdem gebe es hier immer noch reichlich zu erforschen: "Unsere Wissenschaftler testen jeden Tag 30 oder 40 neue Glasarten."

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