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Schriftsteller protestieren gegen Amazon

Nachdem sich in den USA über 900 Autoren gegen Amazon gestellt haben, regen sich nun deutschsprachige Schriftsteller. Doch es gibt auch Autoren, die sich auf die Seite des Online-Händlers stellen.

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Auch deutschsprachige Autoren üben scharfe Kritik an den Geschäftsmethoden des Onlinehändlers Amazon. In einem Protestbrief an Amazon-Chef Jeff Bezos, der dem Handelsblatt vorliegt und in der kommenden Woche veröffentlicht werden soll, werfen die Schriftsteller Amazon vor, Autoren und ihre Bücher als Druckmittel für mehr Rabatte zu nutzen. Zu den über hundert Unterzeichnern des Briefes gehören Autoren wie Ingrid Noll, Nele Neuhaus und "Tatort"-Drehbuchautor Fred Breinersdorfer.

Ingrid Noll

(Bild: dpa)

"Wir müssen die Leser aufklären, dass die Manipulation der Empfehlungslisten und die verzögerte Auslieferung von Büchern, deren Verlage sich gegen Amazon wehren, zum Alltag bei Amazon gehören", sagte Regula Venske, Generalsekretärin des PEN-Zentrums Deutschland, der Zeitung.

Zuvor hatten in den USA mehr als 900 Autoren, darunter Stephen King und John Grisham, mit einem offenen Brief gegen Amazon protestiert. Es geht dabei um den seit Monaten schwelenden Streit mit dem US-Verlag Hachette. Die Autoren kritisierten, dass Amazon die Auslieferung gedruckter Hachette-Bücher verlangsamt sowie keine Vorbestellungen angenommen habe. Der Internet-Händler will niedrigere Preise für digitale Bücher durchsetzen. Literatur müsse günstiger werden, da sie mit vielen anderen Medien im Wettbewerb stehe, konterte Amazon.

Doch die Autoren bilden keine einheitliche Front gegen Amazon. Als Reaktion auf den offenen Brief der 900 Autoren haben – vor allem unabhängige – Autoren eine Petition initiiert, mit der sie sich auf die Seite des Online-Händlers stellen. Sie fühlen sich von Amazon fairer behandelt als von den herkömmlichen Verlagen. (mit Material der dpa) / (anw)

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