Menü

Schrumpfender Markt: Foxconn fährt Produktion von Android-Handys zurück

Foxconn macht mit der Produktion von Android-Handys Verluste. Arbeitskräfte sollen nun in Richtung Elektroauto-Herstellung verlagert werden.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 39 Beiträge

Foxconn fährt die Produktion von Android-Handys zurück. Einem Bericht der Wirtschaftszeitung Nikkei zufolge verlagert die 62-prozentige Foxconn-Tochter FIH Arbeitskräfte von der Smartphone-Produktion in die Herstellung von Automobil-Elektronik. Insbesondere will sich FIH demnach auf elektrische und selbstfahrende Autos spezialisieren.

Die Smartphone-Produktion macht dem Nikkei-Bericht zufolge 90 Prozent der FIH-Umsätze aus, der Markt schrumpft allerdings. "FIH hat nicht mehr so viele Smartphone-Bestellungen wie früher", sagte eine anonyme Quelle der Zeitung. "Damals hat ein Team drei oder vier Kunden betreut. Heute sind es drei oder vier Teams, die einen Kunden bedienen."

Zu den Kunden von FIH zählen neben Google auch Xiaomi, Lenovo (Motorola), Nokia und kleinere chinesische Hersteller wie Meizu. Laut den Nikkei-Quellen sei allerdings nur noch das Geschäft mit Google für die Foxconn-Tochter profitabel. Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen einen Verlust von 857 Millionen Dollar verzeichnet – Negativ-Rekord. Außerdem mache die Unzuverlässigkeit kleinerer chinesischer Hersteller FIH zu schaffen.

Der Rückgang an Bestellungen ist auf den insgesamt schwächelnden Smartphone-Markt zurückzuführen. "Die Verlangsamung bei Innovationen im oberen Marktsegment, gepaart mit Preiserhöhungen, hemmte die Entscheidung für Neuanschaffungen von High-End-Smartphones. Dies führte im vierten Quartal 2018 zu dem schwachen Marktwachstum", sagte Gartner-Marktforscher Anshul Gupta im Februar.

Das Marktforschungsunternehmen IDC sagt auch für die kommenden Jahre schwache Zahlen voraus: "Global betrachtet ist der Smartphone-Markt derzeit ein ziemliches Schlamassel. Abgesehen von einer Handvoll Märkten mit starkem Wachstum wie Indien, Indonesien, Korea und Vietnam haben wir 2018 nicht viel positive Bewegung gesehen." Zu den Gründen zählt IDC die wachsende Lebensdauer der Geräte und die Sättigung vieler Märkte. (dahe)