Menü

Schüler digitalisieren ihre Schule selbst

Schüler des St.-Leonhard-Gymnasiums in Aachen digitalisieren Ihre Schule in einem Informatik-Kurs und entwickeln eine App nach eigenen Bedürfnisse.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 59 Beiträge
Schüler digitalisieren ihre Schule selbst

Mit der App LEO digitalisieren die Schülerinnen und Schüler des St.-Leonhard-Gymnasiums in Aachen ihre Schule und programmieren eine Software, die umfangreiche Funktionen für Schüler und Lehrkräfte bietet, den Schul-Alltag erleichtert und Papier von schwarzen Brettern und aus der Mensa verbannt. Die LEO-App bietet neben persönlich angepassten digitalen Stunden-, Kurs- und Klausurenplänen ein Stimmungsbarometer, Umfragemöglichkeiten, Essensbons im QR-Code, ein digitales schwarzes Brett für Aushänge und einen schuleigenen, verschlüsselten Messenger.

Die Schüler haben mit dem Freistundenfinder aber auch an Ihre Lehrer gedacht und eine Funktion eingebaut, mit der Lehrkräfte gemeinsame freie Stunden für Besprechungen finden können. Mit dem Informatik-Projekt gewinnt der Kurs den Schülerwettbewerb DIGIYOU. Die App ist im Play-Store für Android erhältlich, eine iOS-Version ist nicht in Planung, da Apple MacOS-, iOS-Geräte und gebührenpflichtige Developer-Accounts voraussetzt, erklärt Informatiklehrer und Projektbetreuer Boris Meltzow gegenüber heise online. Für iOS Nutzer könnte eine webbasierte Lösung entstehen.

LEO kann aktuell nur von Schülern und Lehrkräften des St. Leonhard Gymnasiums genutzt werden, da eine Anmeldung und Verifizierung als Schulmitglied nötig ist. Es gibt ausschließlich personalisierte Accounts, eine anonyme Erstellung eines Kontos ist nicht möglich. Nach der Anmeldung generiert die App über den Schul-Webserver automatisch einen digitalen Stundenplan für Schüler der Sekundarstufe I und die Lehrkräfte, für die Oberstufe ist über eine Auswahl aller Fächer und Kurse für die Erstellung eines persönlichen Stundenplans vorgesehen. Der Klausurplan hat eine Erinnerungsfunktion, damit kein wichtiger Termin übersehen wird.

Über das Stimmungsbarometer können die Schüler jeden Tag ihre Stimmung über Smileys angeben und Lehrer können, bei Bedarf mit zusätzlichen Fragen, die Zufriedenheit der Schüler auswerten. Die Umfrage-Funktion in der App bietet zahlreiche Möglichkeiten für projektbezogene Meinungsumfragen oder einfache Feststellung über Zustände des Mensa-Essens, die neben Schülern auch von der Schülervertretung und Lehrern genutzt wird. Digitale Essenbons (QR-Code) der Mensa, entsprechend der vorab bestellten Menüs, können von den Mitarbeitern an der Essensausgabe gescannt werden und lösen den zuvor benötigten Ausdruck ab und sparen Papier – wie auch mit dem digitalen schwarzen Brett für Ankündigungen der Schule.

Für die Kommunikation sorgt der auf deutschen Servern verschlüsselt laufende Messenger innerhalb der LEO-App, er soll den aktuellen Datenschutzbestimmungen entsprechen. Aktuell unterstützt der Messenger Textnachrichten und die Erstellung von Gruppen. Eine Funktion zum Versenden von Bildern steht schon in den Startlöchern, auch wenn diese für die Organisation des Schulalltags nicht zwingend notwendig ist, erklärt Meltzow. Für den Messenger gibt es erste Ideen, diesen an weiteren Schulen anzubieten, da eine datenschutzkonforme Kommunikation zwischen Schülern und Lehrkräften gewährleistet werden kann. Anders als bei den Umfragen werden werden die Schulmitglieder im Messenger mit eindeutig personalisierten Accounts dargestellt.

Die LEO-App ist ein offenes Projekt, das von Schülern nachfolgender Jahrgangsstufen weiter betreut und weiterentwickelt wird. Ein geplantes Feature für die Zukunft ist eine Nachhilfebörse, bei der hilfesuchende Schüler anonym eine Anfrage stellen können, auf die andere Schüler mit einer Auflistung ihrer Qualifikationen und Lohnvorstellungen antworten können.

Auch wenn Smartphones während der Schule verboten sind und nur Oberstufenschüler in gekennzeichneten Bereichen diese nutzen dürfen, ist die LEO-App als digitaler Unterstützer im Schulalltag ein voller Erfolg.

[Update 11.05.2018 – 11:55 Uhr] Eine Formulierung zur Sicherheit des Messengers wurde angepasst. (bme)