Menü

Schüler leiden unter Mobbing-Attacken im Internet

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 77 Beiträge

Mobbing unter Schülern wird durch das Internet nach Einschätzung der Niedersächsischen Landesmedienanstalt folgenschwerer als Hänseleien in früheren Jahren waren. "Das Mobbing nimmt nicht unbedingt zu, aber die Formen haben sich verändert und sind für die Jugendlichen schwerwiegender", sagte die Jugendschutzreferentin der Medienanstalt, Sabine Mosler, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Die Verbreitung und die Nachhaltigkeit von Mobbing im Internet sei größer. Und Attacken, die einmal im Netz gelandet seien, ließen sich dort so schnell nicht entfernen. "Die Wirkung ist bedeutend stärker."

Die Jugendschützerin koordiniert die Onlineplattform der Medienanstalt für junge Leute zum Thema Internet. Rund 4000 junge Leute nutzten inzwischen monatlich die Onlineplattform der Landesmedienanstalt, bei dem Altersgenossen Tipps und Ratschläge geben. 70 Prozent der Anfragen auf der vor zwei Jahren gestarteten Plattform betreffen Mobbing, sagte Mosler. Mobbing im Internet und Mobbing in der Schule stünden dabei oft in direktem Zusammenhang. "Viele Jugendliche sind technisch sehr versiert und haben mehr Ahnung als Erwachsene; bei der Einhaltung der Persönlichkeitsrechte oder des Datenschutzes fehlt ihnen aber die Erfahrung und oft auch das Unrechtsbewusstsein."

Genau dies sei Thema der Online-Beratung auf der Plattform, zu der bundesweit inzwischen 60 Altersgenossen zu sogenannten Scouts ausgebildet wurden, sagte die Jugendschutzreferentin.

Ergänzt wird die Beratung nun um eine weitere Plattform, auf der Jugendliche eigene Projekte zu Themen wie Cyber-Mobbing, Abzocke oder Datensicherheit präsentieren können. Ziel sei es, die Projekte miteinander zu vernetzen und die wertvolle Arbeit einem größeren Kreis von Interessierten vorzustellen. (Michael Evers, dpa) / (uk)

Anzeige
Anzeige