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Schüler wählen online

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Parallel zur Endphase des Wahlkampfs zur Bundestagswahl am 22. September startet eine bundesweite "Juniorwahl". 60.000 Schüler aller Schulformen ab Klasse 7 können in ihren Schulen über das Internet an der simulierten Bundestagswahl teilnehmen. Die Initiative von Kumulus e.V. und der Bundeszentrale für politische Bildung soll Jugendlichen ermöglichen, Demokratie zu üben und zu erlernen. Die Schirmherrschaft für das Projekt trägt Bundespräsident Johannes Rau.

In den vergangenen Wochen haben die Lehrer ihre Schüler mit speziell entwickelten Lehrmaterialien auf die Wahlen vorbereitet. Beim Wahlgang geben die Schüler ihre Wahlbenachrichtigung ab und erhalten dafür eine Transaktionsnummer. Mit dieser können sie dann an speziellen Computern ihre Stimme abgeben. Der Stimmzettel am PC ist dabei eng an den realen Wahlzettel der Bundestagswahl angelehnt. Bei Problemen stehen Mitschüler als Wahlhelfer bereit.

Das System arbeitet auf der Basis von Open-Source-Software wie Linux, Apache/Tomcat und PostgreSQL, ebenfalls die Wahlsoftware der Firma Micromata. Bei der Juniorwahl sollen zwei PCs als Webserver zum Einsatz kommen. Als eigentlicher Wahlserver dient ein PC mit gespiegeltem Festplattensystem. Das System sei so ausgelegt, dass pro Stunde 20.000 Wähler ihre Stimme abgeben könnten, ohne dass es zu längeren Wartezeiten beim Seitenaufbau kommt.

Die Sicherheit der Wahl soll durch SSL-Verschlüsselung und nicht nachträglich manipulierbare Protokolldateien gewährleistet werden. Online-Wahlen für Jugendliche gab es mit dieser Technik bereits 1996 und 1999 in Finnland. Damals nahmen 70.000 Jugendliche teil. Reale Bundestagswahlen per Mausklick sind aber vor allem auf Grund von Sicherheitsbedenken noch Utopie.

Das Gesamtergebnis der Juniorwahl soll am 22. September ab 18:00 Uhr unter www.juniorwahl.de veröffentlicht werden.

Zu Informationen über die Bundestagswahl im Internet siehe auch:

  • Portal zur Wahl
  • Das Diskussionsforum zur Bundestagswahl soll Lesern die Gelegenheit geben, auch auf heise online ihre Ansichten nicht nur zu IT-Themen im Umfeld der Bundestagswahl, sondern auch zu den Inhalten der Parteien zu diskutieren -- ohne sich in anderen Foren gleich der Gefahr eines Off-Topic-Beitrags auszusetzen.
  • In Ausgabe 19/2002 beschäftigt sich c't genauer mit den inhaltlichen Aussagen der Parteien in ihren Wahlprogrammen zu Internet, Forschungspolitik und Datenschutz sowie mit den Ansätzen eines Wahlkampfs im World Wide Web.
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