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Schüler wegen Lehrer-Beleidigung im Internet verurteilt

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Wegen massiver Beleidigung seiner Lehrer im Internet hat das Amtsgericht Braunschweig am Donnerstag einen 18 Jahre alten Schüler zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Außerdem zog das Gericht den Tat-Computer ein. "Die Beleidigungen fanden nicht auf dem Schulhof statt. Sie wurden weltweit verbreitet. Das hat eine andere Qualität", begründete der Richter das Urteil. Da der junge Mann zudem im April mit 1,3 Promille im Blut einen Verkehrsunfall verursacht hatte, wurde ihm auch gleich noch der Führerschein für ein Jahr entzogen.

Der Angeklagte hatte Lehrer als "Fachidioten" und "Arschlöcher" betitelt. Als besonders schwerwiegend bewertete der Richter die Beschimpfung eines Religionslehrers als "muslimischen Perserteppich". "Ein politischer, rassistischer Hintergrund ist nicht ganz von der Hand zu weisen", sagte der Richter. Auf den Internetseiten standen auch antisemitische und ausländerfeindliche Parolen.

Der 18-Jährige ist der einzige von mehreren verdächtigten Schülern, der sich vor Gericht verantworten musste. Er hatte gestanden und sich entschuldigt. Er gilt nur als Mitläufer. Dem mutmaßlichen Drahtzieher und anderen verdächtigen Schülern konnte die Polizei nichts nachweisen. (dpa) / (wst)