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Schulen in Baden-Württemberg: Medienbildung statt Informatik

Baden-Württemberg will seinen Informatik-Unterricht an weiterführenden Schulen künftig im Fach Medienbildung aufgehen lassen. Fachlehrer befürchten das "Verschwinden der Informatik" aus den Schulen des Landes.

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Computer in Schule

(Bild: dpa, Marc Tirl/Symbolbild)

Das Kultusministerium des Bundeslandes Baden-Württemberg plant Änderungen im Fach Informatik an den weiterführenden Schulen. Der Unterricht solle künftig in die fächerübergreifende Medienbildung einfließen, teilte das Ressort von Andreas Stoch (SPD) am Dienstag in Stuttgart mit. Auf einem Basiskurs Medienbildung in Klasse fünf sollten alle weiteren Klassen aufbauen können. Der Landeselternbeirat (LEB) hat kein Verständnis für die Pläne, über die zuerst die Heilbronner Stimme berichtet hatte. Auch die Fachlehrer laufen Sturm gegen das "Verschwinden der Informatik" in der Unter- und Mittelstufe.

Der LEB-Vorsitzende Carsten Rees sagte: "Das überrascht und verwirrt uns, da wir im Bereich Informatik bereits ein Defizit haben und noch nachlegen könnten." Er betonte, dass Medienbildung und Informatik völlig unterschiedliche Kompetenzen förderten. Die Informatik ziele auf das problemlösende Denken ab. Die Medienbildung lehre den Umgang mit den neuen Medien. Für beide Bereiche sei eine "gigantische
Weiterbildungsoffensive" in der Lehrerfortbildung nötig.

Nach Darstellung des Kultusministeriums bedeuten die vorgesehenen Änderungen im neuen Bildungsplan keine Streichung der informationstechnischen Grundbildung. Vielmehr werde der Themenbereich aufgewertet durch eine erstmalige "durchgängige Verankerung informationstechnischer Kompetenzen".

Die Fachgruppe der Informatiklehrer in Baden-Württemberg befürchtet, dass die Unterrichtsziele mit den Veränderungen auf "minimale Anwenderkompetenzen" beschränkt werden. Grund sei die mangelhafte fachliche Qualifikation der Lehrkräfte. Den Schülern dürfe aber der Erwerb einer informatischen Bildung nicht vorenthalten werden. (dpa) / (axk)

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