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Schultrojaner kommt nicht

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Der umstrittene Schultrojaner wird in Deutschland nicht eingeführt. Darauf haben sich die Länder, vertreten durch eine Delegation Bayerns, und die Schulbuchverlage Ende der vergangenen Woche geeinigt. Einvernehmlich habe man beschlossen, darauf zu verzichten, mittels einer Scansoftware oder durch die Einholung von Schulbestätigungen sicherzustellen, dass sich keine digitalisierten Unterrichtswerke auf Schulrechnern befinden.

Damit den Lehrern professionelle Materialien für den Unterricht angeboten werden können, die auch digital nutzbar sind, soll jetzt über eine gemeinsame Lösung verhandelt werden. Diese Gespräche sollen noch im Sommer beginnen. Als Verhandlungsziel nennt der Verband der Schulbuchverlage und Hersteller von Bildungsmedien (VdS Bildungsmedien) eine Vereinfachung der rechtlichen Vorgaben zur Nutzung analoger und digitaler Materialien. Die Lösung solle alltagstauglich und praxisorientiert sein, Rechtekontrollen überflüssig machen, Lehrern und Schulen Rechtssicherheit geben und gleichzeitig die Rechte der Autoren und Verlage schützen. Die Lehrerverbände sollen in die Verhandlungen einbezogen werden.

Als kurzfristige Maßnahme kündigte der Verband der Schulbuchverlage außerdem Broschüren an, mit denen die Schulen über die derzeit geltenden urheberrechtlichen Vorschriften informiert werden.

Der Deutsche Philologenverband, ein Zusammenschluss von Lehrern an Schulen, die auf das Abitur vorbereiten, wertete die Entscheidung als gute Nachricht. Der Vorsitzende Heinz-Peter Meidinger begrüßte außerdem den Verzicht auf untaugliche und problematische Ersatzlösungen wie die vorgesehene Verpflichtungserklärung. Das wichtigste Ergebnis seien jedoch die geplanten Verhandlungen über die Nutzung digitaler Kopien von an Schulen beschafften Lehrbüchern. Damit würde der Tatsache Rechnung getragen, dass Computer heute ein unverzichtbarer Bestandteil eines auf moderne Medien gestützten Schulbetriebs sind. (mho)