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Schummeln in der Schule mit dem Internet

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Nach einer repräsentativen Umfrage der Agentur iconkids & youth nutzen 31 Prozent der Schüler das Internet für schulrelevante Belange. Bei den Jugendlichen im Alter von 16 bis 17 Jahren sind es sogar 41 Prozent, die das neue Medium zur Recherche oder zur Unterstützung bei den Hausaufgaben einsetzen. Die schlechte Nachricht, zumindest für Schulbehörden und Lehrer: Fast ein Fünftel der Befragten gab an, das Internet schon einmal zum Schummeln benutzt zu haben. Die einfachste Form des Schummelns: Aus dem Netz gezogene Hausaufgaben werden als eigene Machwerke ausgegeben.

Damit dürften die Lernenden dem durchschnittlichen Lehrkörper im Bereich der Internetnutzung um eine Nasenlänge voraus sein. Doch was macht das Internet so attraktiv für Schummlerinnen und Schummler an Deutschlands Schulen? "Dass die Schüler schummeln, ist eigentlich völlig normal", findet Axel Dammler, Geschäftsführer von iconkids & youth. "Heikel wird es nur, weil das Schummeln mit dem Internet zu leicht gemacht wird. Die durch die Lehrpläne vorgegebenen Inhalte sind derart stereotyp, dass es zu vielen Aufgabenstellungen bereits Komplettlösungen im Web gibt." Eine Lösung des Problems bestünde demnach in einem kreativeren Umgang mit den Lehrplänen seitens der Lehrerschaft.

Bis dahin heißt es für die Schüler auch weiterhin: Schummeln was das Zeug hält. Bleibt abzuwarten, wie sich die erhoffte Hardware-Lawine in den Schulen auf die Internetnutzung von Schülern und Lehrern auswirkt. Vielleicht gibt es auch irgendwann eine Renaissance altertümlicher Schummeltechniken: Schließlich erzielt man durch das eigenhändige Anfertigen von Spickzetteln aus gedächtnispsychologischer Perspektive einen höheren Lerneffekt als mit der Betätigung des Druck-Buttons – aber früher war sowieso alles besser. (sha)