Menü

Schwache Consumer-Nachfrage: PC-Verkaufszahlen weltweit rückläufig

vorlesen Drucken Kommentare lesen 174 Beiträge

Rund 84,3 Millionen Rechner wurden Gartner zufolge im ersten Quartal 2011 weltweit verkauft. Während die Marktforscher ursprünglich mit einem Absatzplus von 3 Prozent gerechnet hatten, bedeuten die aktuellen Zahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Minus von 1,1 Prozent. Laut Gartner sind damit erstmals seit 18 Monaten die PC-Verkaufszahlen im Jahresvergleich wieder rückläufig. Und es handele sich um mehr als nur die übliche saisonale Erscheinung. Trotz der weiterhin niedrigen Preise sei insbesondere die Nachfrage seitens privater Konsumenten deutlich abgeflaut, meint Gartner-Analyst Mikako Kitagawa. Die regen Kaufaktivitäten im gewerblichen Umfeld hätten unterdessen einen schlimmeren Einbruch des Marktes verhindert. "Viele Leute behalten ihren Standard-PC lieber
noch ein Jahr und warten auf neue Geräte wie die zweite Version des iPad oder ein neues Smartphone", erklärte Gartner-Analystin Meike Escherisch die schwache Consumer-Nachfrage gegenüber dpa.

Die Analysten von IDC kommen bei ihren Erhebungen zu einem ähnlichen Bild: Bei 80,6 Millionen verkauften Rechnern sei der weltweite Markt im ersten Quartal um 3,2 Prozent geschrumpft. Auffallender werden die Unterschiede zur Markteinschätzung aber bei der Betrachtung der Absatzentwicklung einzelner Hersteller. Während sich Gartner und IDC im Hinblick auf Marktführer Hewlett-Packard noch einig sind, schneiden Acer und Dell unterschiedlich ab. Mit rund 10,9 Millionen verkauften Rechnern liegt der taiwanische Hersteller nach Einschätzung von Gartner weltweit immer noch auf Position zwei (12,9 % Marktanteil). Dahinter folgt Dell mit knapp 10 Millionen verkauften Systemen (11,9 % Marktanteil). IDC stuft die Rangfolge genau andersherum ein.

PC-Markt weltweit Q1-2011
Gartner IDC
Hersteller Marktanteil Stückzahl Wachstum Marktanteil Stückzahl Wachstum
HP 17,6% 14,8 Mio. -3,4% 18,9% 15,2 Mio. -2,8%
Acer 12,9% 10,9 Mio. -12,2% 11,2% 9,0 Mio. -15,8%
Dell 11,9% 9,9 Mio. -2,2% 12,8% 10,3 Mio. -1,8%
Lenovo 9,7% 8,1 Mio. 16,6% 10,1% 8,2 Mio. 16,3%
Toshiba 5,7% 4,8 Mio. 5,3% 6,0% 4,8 Mio. 3,8%
andere 42,3% 35,6 Mio. -0,2% 41,0% 33,1 Mio. -4,8%
Summe 84,3 Mio. -1,1% 80,6 Mio. -3,2%
Quelle: Gartner, IDC 2011

Uneins sind sich die Analystenhäuser auch bei der Einschätzung der Kräfteverhältnisse auf dem US-Markt, den HP und Dell unbestritten anführen. Aber Acer kommt Gartner zufolge mit gut 1,8 Millionen verkauften Rechnern in den USA aktuell auf Rang drei – IDC platziert den taiwanischen Hersteller jedoch nur auf Position fünf (1,3 Mio. verkaufte PCs), hinter Toshiba und Apple. Ungeachtet der leicht divergierenden Zahlen sind sich Gartner und IDC aber einig, dass unter den Top 5 in den USA lediglich Apple und Toshiba Wachstum verzeichnen konnten. Die beiden Hersteller steigerten ihre Verkaufszahlen im Jahresvergleich zwischen 9,6 und 18,9 Prozent. Weltweit betrachtet ist Lenovo der große Gewinner gewesen, mit einem Plus von mehr als 16 Prozent.

Den von Gartner beobachteten Einbruch bei der Consumer-Nachfrage kann das Analystenhaus Context auch für Europa, den Nahen Osten und Afrika bestätigen. Während die Verkaufszahlen in der Region EMEA insgesamt um etwa 2,9 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2010 zurückgegangen seien, habe Context im Endkundensegment ein Minus von 16,5 Prozent ermittelt. Regional seien jedoch große Unterschiede speziell in Westeuropa zu verzeichnen. In Großbritannien, Italien und Spanien gingen die Verkaufszahlen zum Teil deutlich stärker zurück als in der Gesamtregion EMEA. Allein Deutschland und Frankreich zeigten sich weiter steigende Zahlen. Hierzulande kletterten die PC-Verkäufe Context zufolge sogar um mehr als 12 Prozent. (map)