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Schwacher Ausblick schickt AMD-Aktie auf Talfahrt

Umsatz und Gewinn steigen, trotzdem verliert die Aktie an Wert: AMD blieb im vorigen Quartal auf Grafikkarten sitzen und erwartet Umsatzeinbrüche.

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Schwacher Ausblick schickt AMD-Aktie auf Talfahrt

Radeon-Karten sind in den Regalen der Händler wie festgefroren.

(Bild: AMD)

AMD hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres seinen Umsatz um vier Prozent auf 1,65 Milliarden US-Dollar gesteigert. Der Gewinn wuchs von 61 Millionen auf 102 Millionen US-Dollar. Die Erwartungen der Anleger wurden damit fast erreicht, dennoch verlor die Aktie im nachbörslichen Handel rund 23 Prozent an Wert. Ein ähnlicher Effekt zeigte sich auch vor genau einem Jahr, also zur Präsentation der AMD-Zahlen fürs dritte Quartal 2017.

Grund sind diesmal wieder die gesenkten Erwartungen für das vierte Quartal. Hier sieht AMD nun nur noch einen Umsatz von 1,45 Milliarden US-Dollar vor. Das ist immer noch eine Steigerung gegenüber dem vierten Quartal 2017, bedeutet aber einen Rückgang im direkten Vergleich zum nun abgeschlossenen Zeitraum.

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"Hohe Bestände im Einzelhandel"

Konzernchefin Lisa Su gab an, dass das Wachstum im dritten Quartal vor allem durch mehr verkaufte Server- und PC-Prozessoren erreicht wurde. Bei Grafikkarten habe es jedoch "wegen hoher Bestände im Einzelhandel" und gesunkener Preise deutlich geringere Umsätze gegeben.

Dass die vor einem Jahr für das Mining von Digitalwährungen beliebten AMD-Grafikkarten durch deutlich effizientere ASICs für diese Anwendung nun unattraktiv geworden sind, ist demnach nicht der alleinige Grund: Nur ein "hoher einstelliger Prozentsatz" des gesamten AMD-Umsatzes sei Mitte 2017 mit Mining-Grafikkarten erzielt worden, sagt AMD. Doch bei High-End-Grafikkarten hat AMD derzeit nichts im Angebot, was mit Nvidias GeForce RTX 2000 mithalten könnte.

Ryzen & Epyc liefen gut

Den starken Umsatz mit Ryzen- und Epyc-Prozessoren belasten auch Rückgänge im Bereich Enterprise-, Embedded- und Semi-Custom-Chips (EESC). Letzteres ist AMDs Abteilung, die unter anderem die SoCs für Xbox One und Playstation 4 entwickelt hat. Um fünf Prozent auf 715 Millionen US-Dollar ging hier der Umsatz zurück, was AMD zufolge an geringeren Stückzahlen, aber auch an niedrigeren Lizenzkosten liegt. Üblicherweise reduzieren sich diese über die Lebensdauer einer Konsole, genaue Angaben dazu machen die beteiligten Unternehmen nicht.

Vor allem das Geschäft mit Produkten für Endanwender über den Einzelhandel wird nun im vierten Quartal 2018 wohl entscheidend für AMDs nächste Bilanz werden. Die übliche Aufrüstwelle bei PCs für Unternehmen zum Jahresende dürfte das Ergebnis nur wenig beeinflussen, denn die dafür nötigen Komponenten sind typischerweise in dieser Jahreszeit bereits an die Gerätehersteller verkauft. (nie)

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