Schwarze Liste für neuen Telekom-XXL-Tarif

Die Telekom will Einwahlen ins Internet mit dem neuen XXL-Tarif auch am Wochenende berechnen. Die betroffenen Zielrufnummern finden sich in einer schwarzen Liste.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 208 Beiträge
Von
  • Urs Mansmann

Der neue XXL-Tarif der Telekom, der kostenlose Telefonate an Samstagen, Sonntagen und bundesweiten Feiertagen erlaubt, hat gegenüber dem bisherigen Tarif eine deutliche Einschränkung: Verbindungen zu Online-Diensten, sprich ins Internet, werden auch an den Wochenenden berechnet. Bei den Betroffenen schossen wilde Spekulationen ins Kraut, wie die Telekom dies feststellen wolle. Nun ist klar: Nummern, die auf einer schwarzen Liste stehen, werden auch am Wochenende zum Normaltarif berechnet.

Wer einen XXL-Einwahlpunkt nutzt, der nicht auf der schwarzen Liste steht, sollte regelmäßig kontrollieren, ob die Telekom die Liste nicht auf einen neueren Stand gebracht hat. Einwahlknoten etwa bei örtlichen Providern, Firmen oder Universitäten sind bislang offensichtlich nicht erfasst, könnten aber ebenfalls jederzeit auf der Liste auftauchen. Diese Verbindungen würden dann bei Orts- und Nahverbindungen mit knapp einem Euro pro Stunde, bei Fernverbindungen mit 1,50 Euro pro Stunde in Rechnung gestellt.

Von der Änderung vorerst nicht betroffen sind Kunden, die den alten XXL-Tarif nutzen, der kostenlose Telefonate und Internet-Einwahlen über Rufnummern im Festnetz am Sonntag erlaubt. Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass der Tarif in dieser Form erhalten bleibt: Die Telekom wird die Bedingungen für den alten XXL-Tarif voraussichtlich mittelfristig ändern; bislang passte die Telekom günstigere Alt-Tarife stets nach einem längeren Zeitraum an.

Wer noch den alten Tarif haben will, sollte versuchen, diesen bei der Telekom-Hotline unter 08 00/3 30 10 00 telefonisch zu bestellen. Die Online-Bestellung der Telekom führt ausschließlich den neuen XXL-Tarif auf, der für ISDN-Anschlüsse 1,67 Euro mehr als der alte Tarif und 9,35 Euro mehr als ein Standard-ISDN-Anschluss kostet. Bei Analog-Anschlüssen ist der neue XXL-Tarif sogar günstiger als der alte: Der Aufpreis gegenüber dem Standard-Anschluss sinkt von 9,99 auf 9,28 Euro im Monat.

Besonders attraktiv erscheint eine Umstellung auf den neuen Tarif für DSL-Kunden: Diese können per DSL mit Volumentarifen und Flatrates ohne Zeitlimit ins Internet, sodass die schwarze Liste in aller Regel keine Nachteile bietet. Für 1,67 Euro mehr im Monat kommen pro Jahr 52 Samstage zum kostenlosen Telefonieren hinzu. Allerdings kann die Umstellung mit weiteren Kosten verbunden sein: Altkunden, die ISDN-XXL in Kombination mit DSL vor dem 1. Mai 2003 beauftragt haben, zahlen zurzeit nur 9,99 Euro Aufpreis für den DSL-Anschluss. Mit dem Wechsel in den neuen XXL-Tarif fällt diese Vergünstigung weg, der DSL-Anschluss wird dann 3 Euro im Monat teurer, so die Auskunft der Telekom-Hotline bei Testanrufen.

Ursprünglich hatte die Telekom bei der Regulierungsbehörde auch beantragt, für XXL-Anschlüsse keine Preselection, also die feste Voreinstellung auf einen anderen Anbieter, zuzulassen. Der entsprechende Passus taucht in den neuen AGB jedoch nicht mehr auf, Preselection ist also auch bei neuen XXL-Anschlüssen weiterhin möglich. Wer trotz Preselection am Wochenende kostenlose Gespräche führen will, muss lediglich die Netzvorwahl 0 10 33 der Telekom vor der Zielrufnummer wählen. (uma)