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Schwedisches Gericht kappt die Leitungen zur Piratenbucht [Update]

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[Update: Ein Netzprovider der Pirate Bay hat nach einer gerichtlichen Verfügung unter Androhung eines Bußgelds von 500.000 schwedischen Kronen (rund 49.000 Euro) am Montag die Anbindung des Torrent-Trackers gekappt.] Zwar ist Black Internet offenbar nicht der einzig mögliche Bandbreitenprovider für The Pirate Bay, doch ist die Website zurzeit offline. [Update: Während The Pirate Bay inzwischen umgezogen und unter neuer IP-Adresse zumindest teilweise wieder erreichbar ist, sind offenbar noch nicht alle Nameserver entsprechend aktualisiert.]

Die heutige Anordnung folgt auf ein erstinstanzliches Urteil gegen vier Betreiber des Trackers, die im April zu Haftstrafen und Schadensersatz in Millionenhöhe verurteilt worden waren. Nach dem noch nicht rechtskräftigen Urteil hatten Vertreter der Unterhaltungsindustrie wiederholt versucht, den Weiterbetrieb des Trackers mit Verfügungen gegen die Betreiber und Provider zu unterbinden.

Auch für den möglichen neuen Besitzer des Trackers kommt die Stilllegung zu keinem guten Zeitpunkt. Am Donnerstag will das Unternehmen Global Gaming Factory (GGF) seinen Investoren die Übernahmepläne für die Piratenbucht erläutern und mit deren Einwilligung das Geschäft über die Bühne bringen. GGF will den Tracker für 60 Millionen Kronen (5,9 Millionen Euro) übernehmen und künftig geschützte Inhalte legal darüber vertreiben.

Doch wird die Übernahme nach Berichten über mögliche Zahlungsschwierigkeiten von GGF und fehlende Investoren zunehmend in Frage gestellt. Am Wochenende nahm mit Magnus Bergman zudem ein weiteres Mitglied der GGF-Führungsriege seinen Hut, nachdem zuvor Technikchef Johan Sellström und Berater Wayne Rosso abgesprungen waren. Am vergangenen Freitag wurde die GGF-Aktie an der Börse vom Handel ausgesetzt, nachdem Zweifel an der Finanzierung der geplanten Übernahme aufgekommen waren.

[Update: Unterdessen hat der betroffene Provider offenbar mit Konsequenzen zu kämpfen. Wie Computer Sweden berichtet, ist Black Internet nach eigenen Angaben zum Ziel einer Attacke geworden. Der Netzbetrieb sei nachhaltig gestört, sagte CEO Victor Möller laut Bericht und erklärte, dass es sich um "aktive" Sabotage handele. Die Polizei sei eingeschaltet.

Black Internet hatte die Netzanbindung des Torrent-Tracker nach einer Anordnung eines Stockholmer Gerichts am Montagnachmittag gekappt. Computer Sweden zufolge richtete sich die gerichtliche Verfügung gegen die Verbreitung bestimmter urheberrechtlich geschützter Werke über das Netz des Providers. Die Entscheidung, den Tracker ganz abzuklemmen, habe Black Internet getroffen.]

Siehe dazu auch:

(vbr)

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