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Schweiz: Geheimdienst-Informatiker klaute halbes Terabyte Daten

Ein Informatiker des Schweizer Nachrichtendienstes stahl ein halbes Terabyte Daten – unter anderem den Mailverkehr von Mitarbeitern. Er wurde erwischt, als er die Daten verkaufen wollte, und steht nun vor Gericht.

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(Bild: dpa, Christian Charisius/Archiv)

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Ein Informatiker des Schweizer Nachrichtendienstes konnte mehr als ein halbes Terabyte Daten auf externe Speichermedien kopieren. Darunter waren E-Mails der Mitarbeiter und andere sensible Informationen. Er versuchte diese Daten zu verkaufen. Der Vorfall ereignete sich bereits 2012, wurde aber erst diese Woche in vollem Ausmaß bekannt, nachdem die Anklageschrift der Bundesanwaltschaft beim Bundesstrafgericht in Bellinzona veröffentlicht wurde.

Der Informatiker des Nachrichtendienst des Bundes (NDB) wollte mit den Daten eine Million Schweizer Franken verdienen. Laut Schweizer Fernsehen, das die Anklageschrift zitiert, soll der Datendieb "ausländische Stellen (ausländischen Parteien oder Organisationen)" für den Verkauf angesprochen haben. Der Informatiker bestritt, für eine ausländische Organisation spioniert zu haben. Er habe lediglich Missstände innerhalb des NDB dokumentieren wollen.

Laut Anklageschrift geht es um detaillierte Informationen über die nachrichtendienstliche Zusammenarbeit mit ausländischen Diensten, Daten über geheimdienstlichen Operationen und Informationen zur Führung von Quellen. Kopiert wurden auch sämtliche E-Mail-Postfächer und Mailserver der internen und externen Kommunikation mit dem gesamten E-Mail-Verkehr aller Mitarbeitenden des NDB, inklusive Geschäftsleitung und Direktion.

Die Bundesanwaltschaft schreibt, der Informatiker habe die innere und äußere Sicherheit der Schweiz in Gefahr gebracht. Zudem sollen Leib und Leben der Quellen einer Gefahr ausgesetzt worden sein. Der Schaden halte sich nur deshalb in Grenzen, weil der Verkauf der Daten schließlich verhindert werden konnte. (kbe)