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Schweizer 5G-Gegner demonstrieren erneut gegen "Zwangsbestrahlung“

Abermals trafen sich viele Hundert 5G-Gegner in der schweizerischen Hauptstadt Bern. Sie protestierten gegen eine "Zwangsbestrahlung".

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(Bild: Huawei)

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In der Schweiz protestierten am Samstag zum wiederholten Male mehr als tausend Menschen vor dem Parlament in der Bundeshaupstadt Bern gegen die Einführung des Mobilfunk-Standards 5G. Die Demonstranten skandierten "Gegen Zwangsbestrahlung und für Wahlfreiheit“.

Bereits im vergangenen Mai hatte eine Kundgebung "Stop-5G“ in Bern stattgefunden. Im Anschluss darauf entstand eine neue Umwelt- und Konsumentenschutzorganisation namens "Frequencia“. Sie setzt sich nach eigenen Angaben mit den Risiken der Digitalisierung und Mobilfunk-Technik auseinander. Diverse weitere Vereine und Gruppen hatten ebenfalls zur Teilnahme an der Demo aufgerufen. In der Schweiz engagieren sich bereits sechs Vereinigungen für den Schutz vor Mobilfunkstrahlung.

Mehrere Redner riefen auf der Kundgebung dazu auf, Widerstand gegen die "Aufrüstung" bestehender und den Bau neuer Antennen zu leisten. So wollen sie unter anderem, dass alle Baugesuche von 5G-Antennen mit Einsprachen blockiert und vor Gericht angefochten werden. Derzeit weigert sich etwa die Gemeinde Wohlen im Kanton Aargau, die eingereichten Baugesuche für die 5G-Aufrüstung bestehender Antennenanlagen zu entscheiden. Der Gemeinderat sehe sich aufgrund unklarer Faktenlage zurzeit nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen, hieß es kürzlich in den Medien.

Für den Gemeinderat gebe es noch zu viele offene Fragen in Bezug auf die 5G-Technik. Er wolle die Bevölkerung vor den ungeklärten Auswirkungen des Mobilfunks der 5. Generation schützen. Laut den Medienberichten wolle der Gemeinderat erneut beraten und eine Entscheidung fällen, sobald der Schlussbericht vom Bundesamt für Umwelt eingesetzten Expertengruppe vorliege und Klarheit schaffe.

Frequencia, die Veranstalterin der Demo am Samstag sowie andere Organisationen, fordern darüber hinaus ein "nationales 5G-Moratorium und strahlungsarme Lebensräume“. Die Regierung des Kantons Jura beschloss im April bereits ein 5G-Moratorium; das forderte auch der Große Rat des Kantons Genf von der Kantonsregierung. Das Parlament des Kantons Waadt sprach sich ebenfalls mehrheitlich für ein Moratorium aus. In diesen Kantonen würden laut Angaben der Gegner zumindest derzeit keine Baubewilligungen für neue 5G-Antennen erteilt.





(axk)