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Schweizer Armee verdreifacht ihre "Cyber-Krieger"

In der Schweiz soll die Abwehr von Cyber-Angriffen verstärkt werden. Auch die deutsche Bundeswehr will mit einem "Cyber Innovation Hub" frischen Wind in die "Cyber-Verteidigung" bringen.

Schweizer Armee verdreifacht ihre "Cyber-Krieger"

(Bild: Bundeswehr, Archiv)

Der Schweizer Verteidigungsminister und Bundesrat Guy Parmelin will die Personaldecke für die "Cyber-Abwehr" stark anheben. Bis 2020 sollen insgesamt 150 bis 170 Stellen für die Abwehr von Netzwerk- und Hackerangriffen geschaffen werden. Heute gibt es dafür rund 50 Stellen.

Der Personalausbau sei Teil eines "Cyber-Aktionsplans", über den die Landesregierung, der Bundesrat, noch dieses Jahr entscheiden würde, sagte Parmelin in einem Interview mit der Zeitung Schweiz am Wochenende. "Die Armee kann keine Cyber-Mama für die ganze Schweiz sein", betonte Parmelin aber auch. Für die CH-Armee stehe der Schutz der eigenen Infrastrukturen im Vordergrund.

Allerdings wurde der Verteidigungsminister von diversen Politikern seit einer Weile ins Gebet genommen, mehr für die allgemeine Cyber-Sicherheit des Landes auszugeben. Einige Mitte-Links-Politiker etwa haben Parmelin in den vergangenen Monaten vorgeworfen, in einer "Kalten-Kriegsperspektive" steckengeblieben zu sein und mehr für den Einmarsch fremder Armeen zu planen als für heutige moderne Cyber-Bedrohungen.

Selbst Parmelins SVP-Parteikollege und Nationalrat Franz Grüter etwa verlangte von Parmelin, mehr in die Abwehr von Cyber-Attacken zu investieren. Grüter, der Gründer und Chef eines der größten Schweizer Rechenzentren namens "Green" ist, forderte in der Aargauer Zeitung: "Wir brauchen eine Cyber-Streitkraft, die den gleichen Status wie die Luftwaffe hat.". Dafür seien zehn Prozent des Rüstungsbudgets in die Hand zu nehmen: 250 Millionen Franken (233 Millionen Euro) für IT-Spezialisten und 250 Millionen für technisches Equipment. "Wir sparen lieber bei den Kampfpanzern", sagte Grüter.

Da die Schweiz nicht genügend qualifizierte IT-Fachleute für die Wirtschaft und die Armee habe, schlägt Parmelin eine "Art Cyber-Rekrutenschule" vor. Dabei lehnt sich Parmelin an Israel an, wo sich junge Männer und Frauen in der Armee in Informatik ausbilden ließen, dort eine gewisse Zeit tätig seien und dann in die Privatwirtschaft wechselten.

Konkreter wird da die deutsche Bundeswehr, die laut einem Bericht des Spiegel bald einen "Cyber Innovation Hub" einrichten will. 12,6 Millionen Euro sollen für das "Innovations-Team" eines zunächst auf drei Jahre begrenzten Projekts aufgewendet werden, das sich demnächst in einem Loft in der Nähe der Berliner TU etablieren soll. In der Endausbaustufe sollen hier einmal 30 Männer und Frauen nach Innovationen suchen.

Weitere 15 Millionen Euro stünden für konkrete Projekte zur Verfügung. Der Cyber Innovation Hub solle nicht Cyber-Offensivwaffen entwickeln, sondern zivile Erfindungen für das Militär nutzbar machen. Dazu zähle etwa Software, die Künstliche Intelligenz dazu nutzt, Big Data nach unentdeckten Viren abzusuchen. Die Bundeswehr überlegt auch, ob sich die von der Kryptowährung Bitcoin her bekannte Technik Blockchain für manipulationssichere Transaktionen auch militärisch nutzen lasse. (Tom Sperlich) / (anw)

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