Menü

Schweizer Geheimdienst sammelt Passagierdaten

Während in der EU noch über die Nutzung der sogenannten Passenger Name Records (PNR) zu Sicherheitszwecken debattiert wird, sammelt der Schweizer Geheimdienst schon die Daten bestimmter Passagiere.

Schweizer Geheimdienst sammelt Passagierdaten

Der Schweizer Geheimdienst sammelt Daten der Passagiere auf bestimmten Flügen.

(Bild: eGuide Travel/Ausschnitt/CC-BY 2.0)

Der Schweizer Nachrichtendienst des Bundes (NDB) sammelt laut einem Bericht der NZZ am Sonntag bereits seit 2011 Daten von Passagieren, die aus sogenannten "Risikoländern“ in die Schweiz einfliegen. Die Maßnahme diene der Terrorismusabwehr, heißt es. Das für den Nachrichtendienst zuständige Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) bestätigte Angaben der NZZ.

Es soll sich dabei um die sogenannten erweiterten Fluggastdaten (Advanced Passenger Information, API) handeln. Hierzu gehören alle Daten des benutzten Reisedokuments und der persönliche Flugcode, Erstabflugsort sowie die Information, ob die Person allein oder in einer Gruppe reist. Diese Angaben werden üblicherweise nur bei interkontinentalen Flügen verarbeitet.

Wie viele Personen in der Zwischenzeit registriert wurden, ist nicht bekannt. Da aber allein im Jahr 2013 der NDB die Daten von 511.000 Flugpassagieren überprüfte, wie die NZZ berichtete, dürften es wahrscheinlich inzwischen mehr als eine Million sein, wird in den Schweizer Medien spekuliert.

Der Nachrichtendienst gleiche die Daten mit bestehenden Erkenntnissen ab, um mögliche Gefährdungen „der inneren oder äußeren Sicherheit durch eine einreisende Person festzustellen“, so eine NDB-Sprecherin gegenüber der NZZ. Die Liste der überwachten ankommenden Flüge umfasst nach Angaben in Schweizer Medien derzeit Istanbul (Türkei), Pristina (Kosovo), Moskau (Russland), Dubai (Vereinigte Arabische Emirate), Nairobi (Kenia ) sowie Casablanca und Marrakesch (beide Marokko). (Tom Sperlich) / (vbr)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige