Schweizer Investoren senden positive Signale an IT-Sektor

120 Privatinvestoren möchten dieses Jahr insgesamt 30 Millionen Euro in Jungunternehmen investieren und erwarten einen "Aufschwung" des Kapitalmarktes für Mitte bis Ende 2003.

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Von
  • Jörg Birkelbach

120 Privatinvestoren möchten dieses Jahr insgesamt 30 Millionen Euro in Jungunternehmen investieren und erwarten einen "Aufschwung" des Kapitalmarktes für Mitte bis Ende 2003, so die Kernaussage einer Befragung, die im Rahmen der ersten "Schweizer Investorengespräche" an der SWX Swiss Exchange Zürich stattgefunden hat. Neben den 120 ausgewählte Privatinvestoren nahmen sechs Business-Angel-Netzwerke (BANs) aus der Schweiz und Deutschland teil, um ihre erfolgsversprechendsten Jungunternehmen als Beteiligungsmöglichkeit zu präsentieren. Im Rahmen von Workshops, Präsentationen und Diskussionen wurden Gedanken zum Thema erfolgreiche Business-Angel Investments sowie aktuelle und zukünftige Entwicklungen des Beteiligungsmarktes ausgetauscht.

Laut der Umfrage, die von b-to-v und dem seco (Staatssekretariat für Wirtschaf) im Rahmen der Konferenz durchgeführt wurde, stammten 35 Prozent der teilnehmenden Privatinvestoren aus der Schweiz und 55 Prozent aus Deutschland. Davon hatten bereits 35 Prozent in der Schweiz, 30 Prozent in Deutschland, 14 Prozent in andere europäische Länder und 20 Prozent außerhalb Europas investiert.

Im Jahr 2002 möchten 86 Prozent der befragten Investoren in Jungunternehmen investieren, mit einer durchschnittlichen Summe von 250.000 Euro. Als Hauptmotivation, in Jungunternehmen zu investieren, gaben 58 Prozent der Investoren Renditeerwartungen bezeihungsweise den Portfoliogedanken an, die übrigen Investoren strategische Gründe, wie zum Beispiel Zugang zu neuen Technologien und Märkten. Nur 34 Prozent der Investoren nannten eine klare Renditeerwartungen an ihr Gesamtportfolio, die meist um 20 Prozent p.a. des investierten Betrages lag. Der überwiegende Teil der Investoren investiert gemeinsam mit anderen Investoren, woraus sich ein starker Bedarf an Syndizierung ablesen lässt.

Bezüglich gesetzlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen, die anpassungsbedürftig seien, um ihnen ihre Investmentaktivitäten zu erleichtern, nannte der Großteil der Investoren Steuererleichterungen wie beispielsweise Verlustanrechnung und Besteuerung von Optionen. Weiterhin wünschten sich die Investoren weniger bürokratische Prozesse für Start-ups, mehr Transparenz für Investor-Informationen und klarere rechtliche Regelungen von Business- Angel Investments. Spezielle Dienstleistungen, die nach Meinung der Investoren für erfolgreiche Investments vorhanden sein sollten, waren höhere Forschungsbudgets sowie eine effiziente Plattform zwischen Investment und Kapital.

Die aktuelle Marktlage am Kapitalmarkt hat bei 30 Prozent der Investoren großen Einfluss auf ihre Entscheidung bei Investitionen in Jungunternehmen, bei 38 Prozent Investoren nicht wesentlichen Einfluss und bei nur zehn Prozent Investoren gar keinen. Der "Aufschwung" am Kapitalmarkt, insbesondere an den "Neuen Märkten" bzw. an der NASDAQ wird durchschnittlich für Anfang / Mitte 2003 erwartet. (Jörg Birkelbach) / (wst)