Schwere Geschütze gegen Kimbles Kimvestor

Kim Schmitz, wegen fehlenden Handelsregistereintrags ins Gerede gekommener Jung-Investor und angeblicher Retter von LetsBuyIt, hat ein wichtiges Detail verschwiegen.

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Von
  • Egbert Meyer

Kim Schmitz, wegen eines fehlenden Handelsregistereintrags ins Gerede gekommener Jung-Investor, hat im Fernsehen ein wichtiges Detail verschwiegen. In einem Interview, das am 31. Januar von n-tv ausgestrahlt wurde, hatte Schmitz, vielen noch unter seinem früheren "Hacker-Namen" Kimble bekannt, die mangelnde Rechtsfähigkeit seiner Firma Kimvestor mit dem schleppenden Behördenweg entschuldigt. "Wir warten bereits seit mehreren Wochen auf die Eintragung beim Handelsregister." Was Schmitz verschwieg: Der entsprechende Antrag wurde erst kurz vor dem Fersehtermin beim Amtsgericht München eingereicht. Dort ist das Dokument seit sieben Tagen aktenkundig, wie ein Amtsrichter auf Nachfrage von heise online bestätigte.

Auch die Telebörse, die frühzeitig auf Widersprüche bei Kimvestor aufmerksam machte, fährt schweres Geschütz gegen Schmitz auf. Der Firmengründer habe trotz fehlender Rechtsfähigkeit konkrete Rechtsgeschäfte abgewickelt, so das Magazin in einer Stellungnahme. Kimvestor sei als Betreuer von zwei Risikokapitalfonds und als Finanzgeber des angeschlagenen Co-Shopping-Anbieters LetsBuyIt.com in Erscheinung getreten. Außerdem verstoße ein im Internet veröffentlichter Prospekt, der für eine vorbörsliche Beteiligung am Kimvestor werbe, gegen das Prospekthaftungsgesetz. Dem Dokument fehle ein Hinweis darauf, dass sich die Kimvestor AG in Gründung befinde.

Dieser Einschätzung widerspricht zumindest die vorbörsliche Info-Site Wytto.de. Eine Haftung käme in Falle Kimvestor wohl nicht in Betracht, da es sich den Anschein nach um keinen genehmigten Prospekt handle. "Trotzdem raten wir unseren Usern, davon Abstand zu nehmen. Die Art und Weise des Umgangs mit möglichen Investoren ist absolut ohne Niveau und grenzt schon an Unverschämheit."

Wie es mit Kimvestor und LetsBuyIt.com weitergeht, ist derzeit noch ungewiss. Im Gespräch mit heise online erklärte Christian Mangel, Marketing-Chef von LetsBuyIt, dass ihm die Vorwürfe gegen Kim Schmitz bekannt seien. Trotzdem würden die Verhandlungen mit Kimvestor und anderen möglichen Investoren unter Hochdruck fortgesetzt. Ganz im Zeitplan ist das Vorhaben offenbar nicht mehr. Früheren Verlautbarungen zu Folge sollte bereits Ende Januar ein erstes konkretes Ergebniss vorliegen. (em)