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Schwere Vorwürfe gegen Werbeblocker AdBlock Plus

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Der Blogger Sascha Pallenberg erhebt schwere Vorwürfe gegen die Macher des Browser-Addons AdBlock Plus. Das Unternehmen hinter dem Werbeblocker habe Verbindungen zu "strategischen Partnern aus der Werbeindustrie" schreibt Pallenberg in einem ausführlichen Artikel auf mobilegeeks.de und bezeichnet AdBlock Plus als "mafiöses Werbenetzwerk".

Das Add-On, das es unter anderem für die Browser Chrome und Firefox gibt, führt seit Version 2.0 eine Whitelist für nicht störende Werbung. Pallenberg stellt das Verfahren in Frage, wie die Liste dieser "Acceptable Ads" zustande kommt. Er wirft dem Unternehmen hinter AdBlock Plus vor, Verbindungen zu Werbe- und Affiliatenetzwerken zu haben, deren Werbung auf der Whitelist lande.

Pallenberg erhebt zum Teil schwerwiegende Vorwürfe gegen die Macher von Adblock Plus: Über ein bestimmtes Affiliate-Netzwerk könnten Website-Betreiber Werbelinks schalten, die zu den "Acceptable Ads" zählen. An dem Umsatz müssten sie dann das Affiliate-Netzwerk mit 30 Prozent beteiligen. Hinter dem Affiliate-Netzwerk soll ein Geldgeber stecken, der auch in AdBlock Plus investiert hat.

"Wir sperren Dir als Seitenbetreiber alle Werbelinks auf Deiner Website, die wir dann aber gerne 'unauffällig' wieder freischalten, wenn Du uns 30 Prozent von den [...] Einnahmen abgibst", fasst Pallenberg, der als Betreiber verschiedener Websites hier mehrere eigene Eisen im Feuer hat, das Geschäftsmodell zusammen.

Im März hatte Google AdBlock Plus zusammen mit anderen Werbeblockern aus dem Play Store für Android verbannt. Zwei Monate später protestierten verschiedene deutsche Websites in einer konzertierten Aktion gegen Werbeblocker und forderten ihre Leser auf, sie auf die Whitelist zu setzen, weil diese ihre wirtschaftliche Grundlage gefährden.

Update 14:30h:

In einer Stellungnahme bestätigen die Macher von AdBlock Plus die von Pallenberg aufgezeigten Zusammenhänge weitgehend. "Ein Großteil der Informationen zu der Zusammenarbeit mit unseren Partnern ist korrekt recherchiert, einiges nicht", heißt es in einer Stellungnahme von Mitgründer Till Faida, den Pallenberg in seinem Artikel kritisiert hatte. "Im Gegensatz zu Sascha Pallenberg sehen wir in der Vernetzung keinen Gewissenskonflikt."

Das Unternehmen ist überzeugt, dass sich Werbeformen wie die "Acceptable Ads" langfristig durchsetzen wird. Das Whitelisting sei für kleine und mittelgroße Webseiten kostenlos. "Dabei haben wir immer transparent geäußert, dass große Unternehmen unsere Initiative finanziell unterstützen." Eine Bevorzugung dieser Firmen gebe es jedoch nicht, die Kriterien seien für alle gleich. Auch die Kriterien der Entscheidungen durch die Community seien "vollkommen transparent". (vbr)

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