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Schwimmbad als Handy-freie Zone?

Sollen Handys in Schwimmbäder generell verboten werden? Das fordern die sächsischen Datenschützer. Dem Verband für das Badewesen geht ein allgemeines Verbot allerdings zu weit.

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Fotoverbot im Schwimmbad

In Zeiten von Smartphones und Sozialen Netzwerken wird öffentliches Fotografieren und Filmen in Schwimmbädern oft zum Ärgernis.

(Bild: dpa, Uli Deck)

Passend zur Jahreszeit kocht wieder die Kontroverse hoch, wie in Schwimmbädern mit Handys und Smartphones umzugehen ist: Sollen Betreiber ihre Verwendung oder gar das Mitbringen gänzlich verbieten? Aus Sicht des sächsischen Datenschutzbeauftragten sei dies schon vorbeugend zweckmäßig, äußerte sich der Sprecher der Behörde gegenüber dpa. Ein Fotografieren und anschließendes Veröffentlichen der Fotos anderer Badegäste sei ein Eingriff in deren Persönlichkeitssphäre.

Die zunehmende Technisierung und Digitalisierung stelle vor allem Betreiber von Freibädern vor Herausforderungen, heißt es dazu auch von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. Ein absolutes Handy-Verbot sei aber nur in Ausnahmefällen angebracht. Aus Sicht des Vereins wäre der Aufwand, die Einhaltung des Verbots zu kontrollieren, nicht vertretbar, auch würde es womöglich potenzielle Besucher von den Bädern fernhalten.

Stattdessen empfiehlt der Verband den Badbetreibern, einen entsprechenden Passus in ihre Haus- und Badeordnung aufzunehmen: "Das Fotografieren und Filmen fremder Personen und Gruppen ohne deren Einwilligung ist nicht gestattet." Diese akzeptiere jeder Besucher automatisch dem Erwerb einer Eintrittskarte. Das gebe außerdem dem Personal die Möglichkeit, Verstöße durch Verwarnungen oder Hausverbote zu ahnden.

Für Badeanstalten, die diese Regel aufnehmen wollen, hat die Gesellschaft für das Badewesen zusätzlich Hinweisschilder vorbereitet, die auf Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch die Nachricht tragen, fremde Personen nicht ohne deren Einwilligung zu fotografieren oder zu filmen.

Einzelne Bäder aber sammeln sämtliche Handys am Eingang ein und geben sie erst heraus, wenn der Gast wieder geht. Andere verteilen Sticker, um die Linse des Smartphones zu überkleben. (mit Material der dpa) / (jab)

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