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Sciencefiction-Autor beendet langjährige Fehde mit AOL

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Der Sciencefiction-Autor Harlan Ellison hat einen langjährigen Rechtsstreit mit dem Online-Dienst AOL außergerichtlich beigelegt. In dem Verfahren hatte Ellison im April 2000 unter anderem AOL verklagt, weil vier seiner Kurzgeschichten in der Newsgroup alt.binaries.e-book verbreitet worden waren, die AOL seinen Kunden seinerzeit noch zur Verfügung gestellt hatte. AOL wies jede Mitverantwortung für die Verletzung des Urheberrechtes von sich und konnte diese Position zunächst auch vor Gericht durchsetzen -- im Februar 2004 sprach ein Berufungsgericht dem Online-Dienst jedoch eine Teilverantwortung zu. Details der jetzt ausgehandelten Einigung sind nicht bekannt gegeben worden, aber Ellison will das von seinen Unterstützern über seine Website für den Prozess gesammelte Geld nun wieder zurückzahlen.

Harlan Ellison gilt als einer der wichtigen Stichwortgeber der so genannten New Wave in der Sciencefiction, die mit gesellschaftlichen und psychologischen Themen und experimentellen Erzählweisen Ende der sechziger Jahre die klassische Sciencefiction ablöste. Für seine Arbeiten erhielt er bislang zehnmal den Hugo Award, er schreibt aber auch Drehbücher für Fernsehserien. Ellison, der von seinen Fans auch als HE tituliert wird, gilt in der Szene als gefürchteter Kritiker, der keinem Streit aus dem Wege geht, wenn es um die Durchsetzung seiner Rechte geht. So hatte er beispielsweise James Cameron einen Prozess angedroht, weil der Regisseur die Idee zu seiner Terminator-Reihe aus von Ellison geschriebenen Folgen der TV-Serie Outer Limits gezogen haben soll. Die Androhung eines Gerichtsverfahrens bewog die Macher der Filmes dazu, nachträglich im Abspann den Namen von Ellison einzufügen. (wst)