Scientology kritisiert deutsche Windows-2000-Einigung

Als religiöse Diskriminierung hat die internationale Scientology-Organisation eine Vereinbarung zwischen der deutschen Bundesregierung und Microsoft bezeichnet.

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Als unerhörtes Beispiel religiöser Diskriminierung hat die internationale Scientology-Organisation eine Vereinbarung zwischen der deutschen Bundesregierung und dem Software-Konzern Microsoft bezeichnet. Diese sieht die Möglichkeit vor, die von der Firma eines führenden US-Scientologen hergestellte Defragmentiersoftware aus dem Betriebssystem Windows 2000 zu entfernen.

"Sollen nicht-katholische Amerikaner jetzt Mercedes-Autos boykottieren, weil sie von Katholiken in Stuttgart gebaut werden?" heißt es rhetorisch in der Scientology-Erklärung vom Montag. Die von der US-Steuerbehörde als Kirche eingestufte Vereinigung gilt in Deutschland als Organisation mit undemokratischen Zielen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) war aufgefordert worden, die Sicherheit von Windows 2000 und des Defragmentierers wegen des Scientology-Hintergrundes zu überprüfen. Dazu kam es jedoch nicht, weil Microsoft der deutschen Behörde den erforderlichen Einblick in den Quellcode nicht gewähren wollte. Stattdessen veröffentlichte der Softwarekonzern eine Anleitung zur Deinstallation des integrierten Defragmentierers. (dpa)/ (cp)