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Scotland Yard: Überwachungskameras senken Kriminalität kaum

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Überwachungskameras können Kriminalität nicht wirklich eindämmen, sagte Mike Neville, der Leiter des neu eingerichteten Visual Images, Identifications and Detections Office (Viido) von Scotland Yard, auf der Konferenz Security Document World Conference in London. Kriminelle würden sich von den Kameras nicht abschrecken lassen, sie würden davon ausgehen, dass sie eh nicht funktionieren.

Das immer weiter ausgebaute Überwachungssystem, in das Milliarden an Steuergeldern flossen, bezeichnete er als "Fiasko", niemand habe einen Gedanken darüber verschwendet, wie man es nutzen solle. In London würden gerade einmal 3 Prozent der Verbrechen mittels Videokameras gelöst. Polizisten hätten oft keine Lust, die Aufnahmen zu durchsuchen, weil dies "harte Arbeit" sei.

Mike Neville spricht vor allem in eigener Sache. Seine Abteilung soll nämlich die Nutzung der Videobilder zur Strafverfolgung verbessern. So soll eine Bilderdatenbank aufgebaut werden, um Straftäter zu verfolgen und zu identifizieren. Die Fahndung nach Schwerverbechern soll im Internet mit der Veröffentlichung von Bildern ausgebaut werden. Geplant ist auch der Aufbau einer nationalen Datenbank mit den Bildern von überführten und noch nicht identifizierten Straftätern.

In einigen Stadtvierteln in London hat Viido bereits eine Datenbank mit Bildern von Verdächtigen und überführten Straftätern eingerichtet. Bilder von Überwachungskameras würden hier bereits bei der Aufklärung von 15 bis 20 Prozent der Fälle von Straßenraub helfen. Neville versichert im Gegenzug zu seiner vernichtenden Kritik, dass sich die Kriminellen von Überwachungskameras doch abschrecken lassen würden, wenn sie merken, dass sie funktionieren. Sollte Viido erfolgreich sein, dann werden weitere Abteilungen im ganzen Land eröffnet, die sich ausschließlich um Einsatz und Auswertung der Videoüberwachung kümmern. (fr)