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Sea Hunter: Unbemannt auf U-Boot-Jagd

Die US-Marine hat mit der Sea Hunter ihr erstes Drohnenschiff in Dienst gestellt. Zunächst im Testbetrieb, soll es später U-Boote aufspüren und verfolgen oder Minen suchen.

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Sea Hunter: US-Marine nimmt autonomes Drohnenschiff in Betrieb

(Bild: DARPA)

Das US-amerikanische Verteidigungsministerium hat am vergangenen Donnerstag sein erstes ACTUV-Drohnenschiff (Anti-Submarine Warfare Continuous Trail Unmanned Vessel) in Betrieb genommen. Das berichtet das Rüstungsportal Defense One. Auf den Namen Sea Hunter getauft, soll das autonome Schiff verschiedene Rollen übernehmen, von der Minensuche bis zum Aufspüren und Verfolgen feindlicher U-Boote. Speziell letztere Aufgabe gewinnt für die amerikanische Marine zunehmend an Bedeutung, da sie die neue Generation besonders leiser und zugleich mit 200 bis 300 Millionen US-Dollar vergleichsweise günstiger U-Boote in feindlichen Streitkräften als wachsende Bedrohung sieht. Zunächst steht für das 40 Meter lange und 140 Tonnen schwere Roboterschiff aber 18 Monate lang der Testbetrieb auf dem Columbia River, dann später im Pazifik an.

Solche unbemannten Schiffe bieten aus Sicht der DARPA zwei Vorteile. Zum Ersten sind sie im Betrieb deutlich günstiger: So soll ein Einsatztag geschätzt bis zu 20.000 US-Dollar kosten, während es bei einem vollbesetzten Zerstörer 700.000 Dollar wären. Zum Zweiten müsse man so nicht Menschen unnötig in Gefahr bringen, um Aufgaben zu erledigen, die ebenso gut ein Drohnenschiff übernehmen könne. Besonders spannend werde es, wenn mehrere ACTUV gemeinsam im Einsatz seien und verschiedene Rollen übernähmen.

Auch wenn ACTUV autonom agieren sollen, wird ihnen dabei ein Mensch über die Schulter schauen. Im Unterschied zu UAVs (unmanned aerial vehicles, Flugdrohnen) sitzt der Operator jedoch nicht am Joystick, sondern soll nur sicherstellen, dass sich das Roboterschiff an die nautischen Verkehrsregeln hält. Doch unbemannt oder nicht, Schiffe wie die Sea Hunter gehören der Regierung der Vereinigten Staaten, erklärt Scott Littlefield, der das ACTUV-Programm der DARPA leitet. Daher stelle auch ein Angriff auf ACTUV eine provokative Handlung gegen die Souveränität eines Schiffs unter einer Hoheitsflagge dar. (bkr)

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